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Dienstag, 17. Juni 2025

Was schreibe ich und warum?

Das Thema stammt von einer Blogparade. Ich dachte, es passt sehr gut, sich einmal mit diesen zwei Fragen auseinanderzusetzen.   


Die zweite Frage ist schnell beantwortet: Warum ich schreibe? Ich werde sehr, sehr, sehr übellaunig, wenn ich längere Zeit nicht schreibe kann.



Doch zurück zu den Anfängen - Wie kam ich zum Schreiben?

Ich bin in einem Dorf auf einem Bauernhof aufgewachsen, dessen Bewirtschaftung erst mein Vater beendete, als er den Entschluss zu einer Zweitausbildung (wie ich später) traf. Das Grundstück, der riesige Garten und ein paar Hühner mussten aber weiter gepflegt werden. Viele langweilige Tätigkeiten gehörten dazu. 



Zuerst teilten einer meiner Brüder und ich uns manche Aufgabe und wir dachten uns Spiele aus, um die Langeweile zu vertreiben. Er erzählte mir auch ausgedachte Geschichten zum Einschlafen. Später dachte ich mir selbst Geschichten aus. Es waren Fortsetzungsgeschichten, die ich immer weiter spann, wenn ich eine langweilige Tätigkeit ausführte oder vor dem Einschlafen. Das endete erst mit meinem 'Unfall' in Teenagerjahren. Der erlittene Schock veränderte mein Leben nicht nur körperlich.


Wie die ersten Gedichte entstanden sind, habe ich schon in einem anderen Blogbeitrag erzählt. Hier die Kurzfassung. Man hatte in meinem Tagebuch gelesen, daraufhin hatte ich um eine Lösung des Problems gebetet (ich bin Christin). Wenige Tage später nahm ich Stift und Papier zur Hand und drei Gedichte flossen aus mir heraus. Das war der Anfang.

Wie fühlte ich mich bei meiner ersten Veröffentlichung?

Da muss ich etwas vorausschicken. Meine Abiturzeit war eine der ersten schweren Zeiten für mich. Neben dem Lernen musste ich eine Entscheidung treffen, was ich nach dem Abitur machen wollte. Und ich musste diese Entscheidung alleine treffen. Meine Familie war am Auseinanderbrechen und es war kurz vor dem kompletten Aus.
Schweigend dachte ich lange darüber nach, besuchte eine Univeranstaltung, aber meistens saß ich abwägend auf der Gartenmauer, unsichtbar für alle. Ich wäre gerne Landschaftsgärtnerin geworden, aber ich hatte schon seit meinem 12. Lebensjahr einen kranken Rücken (Schon immer fand ich den Namen Scheuermann sehr passend für einen Buckel). 

Biologie studieren wäre Traumhaft gewesen, aber mit den Fachrichtungen Zoologie und Botanik würde ich niemanden hinter dem Ofen hervorlocken können, dass hatte mir die Univeranstaltung klar gemacht.

Einmal durchblätterte ich eine Zeitschrift meiner Erzeugerin. Auf der vorletzten Seite war eine Anzeige: Die große Schule des Schreibens, Axel Andersson Akademie. Ich meldete mich an. Schweigend. 

Ich dachte auf der Gartenmauer über die Zukunft als Autorin nach. Nur leider hatte ich das Weltbild einer glühenden Schillerverehrerin: Vom Schreiben allein konnte man nicht leben. Ich bedachte nicht, dass Schiller schon einige Jährchen tot war und wir das Jahr 1992 schrieben. Fataler Fehler!!!

Dennoch stand mein Entschluss fest: Ich wollte Autorin werden und durch ein 'vernünftiges' Studium mein Geld verdienen. Immerhin gestand ich mir zu, mein zweites Nebenfach nach Freude auszuwählen: Philosophie. 
Purer Genuss wurde das Studium als ich von Anglistik auf Germanistik wechseln musste, denn ohne Auslandsaufenthalt konnte ich  in Anglistik nicht mithalten. Ich raste förmlich durch mein 1. Nebenfach Germanistik.
Nun könnt ihr euch vielleicht vorstellen, woran mein Abschluss scheiterte? Richtig, an meinem 'vernünftig' ausgewählten Hauptfach Pädagogik. Ich hatte einfach keine Zeit, die ganzen Bücher für die Magisterarbeit zu lesen, ich war schon voll berufstätig neben dem Studium. Und zwar selbstständig

Nebenbei schrieb ich. Meinen ersten Auftrag hatte ich 1993 oder 1994. Drachengedichte für das Journal 'Sport, Design, Drachen'. Da ich zu jenem Zeitpunkt ungefähr am Tiefstpunkt meines Selbstwertgefühls angekommen war, hinterließ das wenig Eindruck auf mich und funktionierte nicht perfekt.

Aber dann. Es musste etwa 1995 gewesen sein. Da reichte ich ein Gedicht bei einer Zeitung in Bad Oldesloe ein. Es wurde gedruckt!💓 Ich war so außer mir vor Freude, das ich vor lauter Glück meinen Ex überreden konnte, einen Ausflug in den Harz, meiner heimlichen Liebe, zu machen. Bad Harzburg und dann hinauf in die Berge. Einer der schönsten Momente in meinem Leben.


Schön und kurios war folgende Geschichte: Ich nahm an einem Workshop mit einem Schriftsteller Teil. Am Ende präsentierten wir unsere geschriebenen Texte der Öffentlichkeit in einer Lesung mit anschließendem Buffet.

 Mein Text landete als einziger eigenhändig etwas später sogar im Kamin, erst Jahrzehnte danach merkte ich, dass es noch ein Exemplar gab. 

Während des Buffets staunte ich darüber, dass man mich ganz ernst nahm unter all den Literaten*innen. Aber es schlug mir innerlich den Boden des Fasses aus, als jemand durchaus begeistert meinen Text mit Hoffmansthal verglich. Damals hielt ich sein Werk als das genaue Gegenteil von Schillers Werk, meinem Idol.

Aufgeregt und glücklich war ich bei meiner ersten Lesung Ende der neunziger Jahre. An der HBK Braunschweig hatte ich per Aushang nach einem Illustrator gesucht. Gesucht - gefunden. Es entstand in Eigenarbeit ein Kunstdruckmappe mit einer Auswahl meiner illustrierten Gedichte. Der Illustrator war älter und erfahrener als ich und sorgte für Artikel in der Presse und für eine Lesung mit anschließender Ausstellung seiner Originale.

Zu dieser Lesung in Grasleben bei Helmstedt kam sogar mein Vater mit seiner Lebensgefährtin, das war wohl seine größte Auszeichnung für mich in seinem Leben. Und meine, mir immer lieb gewesene Exschwiegermutter reiste mit dem Zug an. Sie überreichte mir vor der Lesung eine Rose. Meine Dichterrose. 💖💝💓 Es wurde ein Erfolg.

2005 erschien mein Gedichtband 'Kastors Rosen' zur Leipziger Buchmesse und wurde mit einer Lesung im Gohliser Schlösschen beworben. Alle Werbemaßnahmen des Verlages griffen, das Buch verkaufte sich angemessen. Nur der finanzielle Erfolg der Lesung wurde erfolgreich durch meinen Ex verhindert. Oh ja, das konnte er gut!

Im Sommer 2010 schaffte ich endlich die Trennung und dann die Scheidung. Als ein Juwelier mir meinen Ehering aufsägte, fühlte ich mich unendlich befreit und wie ein Vogel, der durch die endlich offene Käfigtür fliegt. 

Die ersten Jahre danach waren hart. Ich fing komplett von vorne an. Auch das Schreiben war betroffen. Zwar gab es 2011 noch eine kleine aber feine Lesung in Zeitz und eine klasse Gemeinschaftslesung 2013 in Bad Gandersheim, aber das waren die letzten. Ich entdeckte die digitale Welt. Durch die erreichte Unabhängigkeit konnte ich einen eigenen Blog gestalten (Ich hatte schon in den Neunzigern einen, aber der war technisch zu schwer für mich.) Durch das Internet kam ich zum Bloggen, Texten und zu KDP.
Aber schon sehr früh träumte ich vom eigenen Online-Shop. Und ich setzte um. Eine sehr lange Entwicklung begann.


Ein Ereignis möchte ich noch teilen. In den Neunzigern schrieb ich für das Journal RegJo. Ganz klassisch besprachen wir im Team die Stories, teilten sie dann auf. Die Leute wurden interviewt und dann schrieb ich den Text.

Mein erstes Interview war mit dem Leiter des Museums in Wolfenbüttel über eine Ausstellung. Ich war damals Mitte zwanzig. Ich fuhr mit dem Bus hin, notierte mit dem Bleistift. Was war ich aufgeregt!

 Wieder einmal wunderte ich mich, dass der Museumsleiter mich ganz ernst nahm und mir ein super Interview gab. Ich schrieb den Text und reichte alles mit den Fotos ein. Dann bekam ich mein gedrucktes Belegexemplar. Ich schlug es auf und - platze fast vor Stolz. Da stand mein Text, mein Name. Alles war wahr geworden.

Zu guter letzt...

Mich begeisterte das Internet von Anfang an. Aber alles, was sich entwickelt, hat zwei Seiten. Heutzutage bietet es so viele Möglichkeiten - wie zum Beispiel diese Blogparade. Man ist nicht mehr vom klassischen Literaturbetrieb abhängig, hat es aber umso schwerer, wahrgenommen zu werden. 

Und im Internet sind viele Grenzen der Nettigkeit gefallen. Anonym oder manipulierend verbreiten so manche Menschen gerne Schmutz über andere. Drei solcher Wellen habe ich mitgemacht, bevor ich mich felsenfest entschloss, mich nur noch auf mich selbst zu konzentrieren.

! Meine erste eigene Homepage 2011/12 wurde vom Ex geknackt und mit gemeinen Inhalten (Schock: ich war mit meinem dritten Kind schwanger? Warum wusste ich davon nichts? Und damals wäre ich es gerne gewesen. Nur nicht vom Ex.) gefüttert. Ich ging in die Anonymität. 💢Nun erinnere dich an meine Antwort zu Beginn des Textes. Nach etwa zwei, drei Jahren besprach ich mich mit einem Fachmann wegen einer Homepage. Er sagte, ich hätte die Wahl, mutig zu sein oder 'vermeintlich' geschützt. 'Mut gehört dazu' stand am Anfang meiner Trennung und wurde dann mein Leitspruch.

! 2017 trat ungebeten eine Frau in mein Leben, die ich nicht gerufen hatte. Erst zerstörte sie eine Freundschaft, dann ging sie systematisch im Netzt gegen mich vor. Mein Schreiben im Netz war bedroht, finanziell hatte das große Auswirkungen. Ich verlegte mich stärker aufs Texten = Anonymität.

! 2022/23 kam ich einmal nach Hause und in der Haustür steckte ein abgebrochener Schlüsselbart. Nun wohnen im Haus alle Parteien seit vielen Jahren und nie ist so etwas passiert. Ich fühlte mich an den versuchten Einbruch in Zeitz 2012 erinnert. Unsere Hausmeisterin bekam das Stück Schlüssel aus dem Schloss. Gleichzeitig stieß ich durch Zufall auf einen neuen  Kommentar  auf KDP. Aber es war nicht nur einer. Alle eBooks von mir waren durchkommentiert und ich hatte seit langem keinen Zugang mehr zu KDP. Die Kommentare waren lachhaft schräg und einer klang, als hätte der Schreiber vor meiner Haustür gestanden und mich von früher gekannt.


Heute investiere ich viel Zeit in meinen Blog, der am 11. 6. 2025  seinen 10. Geburtstag feiert (lese mehr über die Geschichte im Monatsrückblick Mai) und in meinen Online-Shop, für den ich auch Gedichte, Geschichten, Kinder- und Sachbücher schreibe.  



KDP = Amazon
Fotos: Freepik, privat, pixabay, KI

Sonntag, 4. Mai 2025

Warum?

 Mit zwölf Jahren lernte ich, dass meine Träume zu erzählen, keine gute Idee war. Sie würden nur niedergemacht werden. Damals begann ich, heimlich in der Bibel zu lesen. Als ich ein Tagebuch geschenkt bekam, freute ich mich sehr. Jahrelang schrieb ich meine Eindrücke und Gedanken hinein. 



Schließlich passierten Dinge in meinem Leben, die für einen Teenager schwer auszuhalten sind. Zum Beispiel trieb eines Tages meine Mutter meinen Vater so sehr in die Enge, dass er entweder rückwärts das Treppenhaus runter musste oder sich wehren. Und ich dazwischen. Zwischen meinen Eltern. An dem Tag war Totenstille im Haus. Wie gut, dass es ein Tagebuch gab.



Einige schwere Jahre weiter betrat ich im Elternhaus mein Zimmer und merkte, dass mein Tagebuch an einer anderen Stelle im Bücherschrank stand. Meine Verzweiflung über diesen Vertrauensbruch war bodenlos. Ich sandte ein Stoßgebet gen Himmel.



Am Tag darauf setzte ich mich aus einem Impuls heraus an meinen Schreibtisch, nahm ein Blatt Papier und einen Stift und schrieb ohne Nachzudenken meine ersten drei Gedichte.



Die Qualität stimmte noch nicht, aber schon nach zwei Jahren bekam ich meinen ersten Auftrag, für ein Freizeitjournal Gedichte zu schreiben. Ein anderes veröffentlichte ich in einer Tageszeitung. Es war ein unglaubliches Gefühl!



Wieder ein Jahr später schrieb ich Artikel für ein Regionaljournal, führte mein erstes Interview. Warum schreiben? Weil ich gerne lese. Von Jugend an. Und ich mag positive Geschichten. Geschichten, die Mut machen. Die einen zum Wesentlichen zurückbringen, mich entspannen lassen.

Und wenn ich eine Gabe habe, warum sollte ich sie ungenutzt lassen? Darum wünsche ich meinen Lesern von ganzem Herzen ein paar entspannte Momente, vielleicht ein Lächeln, ein bisschen mehr: Ja, ich finde die Natur mit ihren vielen Einfällen auch einfach wundervoll, ich empfinde genauso. Ich möchte jetzt ein paar Minuten ausspannen. Jetzt mal dem Alltag kurz entkommen.



Donnerstag, 23. Mai 2024

Das Capriccio - die unbekannte Literaturform

 Es wird selten im Schulunterricht behandelt und auch im Internet ist es spärlich zu finden und doch hat es eine alte Tradition - das Capriccio.

Foto von Eugene Golovesov: https://www.pexels.com/de-de/foto/natur-blumen-garten-bunt-17508848/


Herkunft und Bedeutung


In der Musik ist der Begriff geläufiger, doch in der Literatur wird es schwieriger. Das wird vielleicht verständlicher, wenn man ein wenig über die Bedeutung des Begriffs nachdenkt. Das Capriccio ist verwandt mit Worten wie capriccioso, caprice, kapriziös. Alles in allem also etwas, was gerne die Norm sprengt, sich ungern an die herrschenden Regeln anpasst und dadurch etwas auffällt, zuweilen unangenehm.

Das ist so eine Beschreibung, die gut zu einem Autor von Capriccios neuerer Zeit passen würde, denn seine Werke spalten die Leser entweder in Gegner oder Bewunderer. Dazwischen gab es oft nichts. Gemeint ist hier Ernst Jünger.


Vasari


Aber die Wurzeln des Capriccio liegen viel weiter zurück. Tatsächlich gehen die Ursprünge auf Vasari zurück. Dieser Künstler mit seinen literarischen Ambitionen bediente sich dieses Begriffs, trennte ihn aber nicht in verschiedene Kunstgattungen.

Und so kann man eines seiner Werke in einem anderen Licht betrachten. Während der Jahre, in denen Vasari auf Reisen war, lernte er viele Kunstwerke kennen. Später schrieb er dann Künstler-Porträts. Dabei ging er, so scheint es aus heutiger Sicht, sehr unpräzise vor, denn manche Künstler fehlten in seinem Werk, manche Daten waren falsch, andere Künstler waren wiederum erfunden. Welche Intention Vasari mit seinen Künstler-Biografien wirklich hegte, kann man das heute wirklich eindeutig sagen? Fest steht, dass er jedenfalls eine neue Entwicklung in der Literatur auslöste. Und grob gesehen findet man auch hier den Regelbruch wieder, denn bis dahin schrieb man Biografisches nur über Herrscher, nicht aber über Künstler.


Ernst Jünger


Nun noch einmal zurück zu Ernst Jünger. Sein Buch 'Das abenteuerliche Herz' ist eine Sammlung von Capriccios. Im Reclam-Verlag ist 1953 eine Auswahl erschienen. Was aber vereint diese Capriccios?


Diese Frage mag verwirren, denn stände statt Capriccios, wie es in der Reclam-Ausgabe heißt, Kurzgeschichten im Titel, tauchte diese Frage gar nicht auf, denn den meisten sind die typischen Merkmale einer Kurzgeschichte ein Begriff. Blättert man aber durch die Capriccios von Ernst Jünger scheint da erst mal mehr Trennendes als Gemeinsames zu sein.


Merkmale des Capriccios


Ein zweiter Blick offenbart dann vielleicht doch Gemeinsames. Am offensichtlichsten ist, dass jeder Text einem Ort zugeordnet ist. Damit ähneln die Capriccios erstmal Tagebucheintragungen. Tatsächlich hielt sich Ernst Jünger an den genannten Orten zeitweise auch auf. Und das ähnelt auch wieder Vasari, der auch über etwas schrieb, das er auf Reisen kennengelernt hatte.


Das es ganz so einfach aber nicht ist, zeigt sich am Beispiel des Capriccio 'Die Schleife', das der Stadt Leipzig zugeordnet ist, aber von einer Begebenheit erzählt, die in Braunschweig stattfindet.


Dennoch ist dieses Tagebuch-Ähnliche nicht von der Hand zu weisen. Viele Capriccios beginnen mit einer Szene aus dem Alltag, um oftmals dann in eine allgemeine, essayistische Richtung zu schwenken. Aber ob es sich wirklich um eine von Jünger erlebte Szene handelt oder um eine erfundene Geschichte, bleibt bei der Gattung des Capriccio offen. Und damit gibt es eine weitere Gemeinsamkeit zu Vasari, der erfundene und echte Biografien schrieb. Bleibt die Frage, zumindest bei Jünger, offen, inwieweit Wahrheit und Fiktion hier eine Rolle spielen.


Ist nicht eher das Gleichnishafte, das Alltägliche, das zum Symbol für etwas Übergeordnetes wird, das Entscheidende hinter der Geschichte? Nur als Beispiel mag hier das Capriccio 'Rotkehlchen' genannt werden.


Betrachtet man in diesem Sinne Jüngers Capriccios, versteht man leichter die passende Zugehörigkeit der eher 'lyrischen' Capriccios wie zum Beispiel 'Tigerlilie' oder 'Die blaue Farbe'.

Eberhard Grossgasteiger von Pexels


Hier wird wohl am ehesten deutlich, was ein Capriccio ausmacht. Etwas Alltägliches und deshalb scheinbar Unbedeutendes wird zum Sinnbild und dadurch für etwas Besonderes.


Durch diesen winzigen Alltagsausschnitt ist auch die Kürze des Capriccios bestimmt. Tatsächlich variiert die Länge von Jüngers Capriccios nur zwischen einer einer knappen halben Seite und maximal fünfzehn Seiten.


Das Capriccio, eine wirklich launenhafte Literaturform.


(Dieser Text erschien zuerst 2017 auf Reliyo und wurde 2020 Bestandteil meines E-Books "Quergedacht".)

Donnerstag, 23. November 2023

Kurzgeschichten aus dem Jahr 2022

 Mich hat es immer überrascht, wie sich die einzelnen Geschichten zum Schluss hin zu einem runden Buch formten.

Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber, denn so ergibt sich auch eine Art Rückblick für einen Zeitraum von jeweils etwa einem Jahr. Die älteren Bücher erinnern mich heute an Zeiten, die uns früher "normal" vorkamen, ohne zu wissen, was hinter den Kulissen bereits passierte. Ich bin heute sehr froh über diese EBooks, weil ich hoffe, dass diese Fröhlichkeit in der Natur wieder zurückkehrt.

Aber die Jahre haben ihre Spuren auch in meinem Schreiben hinterlassen. Der Kurzgeschichtenband 2021 "From Earth to Desert" ist keine leichte Kost mehr. Auf Wattpad fand er aber großen Anklang, gerade bei männlichen Lesern.

Noch weniger leichte Kost sind die sechs Geschichten aus dem Jahr 2022. Die Zeit lud nicht gerade zum Reisen ein. Und dennoch wurde eine Reise Grundlage mehrerer Geschichten. Die Absurditäten heutiger Zeit zeichnen sich dort schon deutlich ab. Mehr noch als ältere Geschichten dokumentieren diese sechs Kurzgeschichten das Bizarre der Gegenwart.

Und so wenig ich auf diese Geschichten vezichten möchte, bin ich froh, dass dieser Punkt vorrübergegangen ist. Mein letztes EBook aus diesem Jahr 2023 "Von Herz zu Herz" ist sehr viel optimistischer, gefühlvoller und ein echter Schatz.


Vom Schreiben von Geschichten

 Angefangen mit dem Schreiben habe ich mit Gedichten. Während meiner Ausbildung lernte ich dann auch, andere Texte zu konzipieren und zu schreiben. Mir sind aber bis heute die kurzen literarischen Formen am liebsten.


Veröffentlichen

Egal, ob in einer Zeitschrift oder online, das Veröffentlichen bringt mir stets große Freude. Online hat sich zwar viel entwickelt, aber eigentlich gibt es unglaublich viele Einschränkungen, wenn man seine eigenen EBooks veröffentlichen will.

1. Es gibt viele öffentliche Plattformen, jedoch geht man in der Menge leicht unter. Während man natürlich den Austausch sucht, möchte ich als Autorin genauso wie andere auch für meine Arbeit bezahlt werden.

2. KDP von Amazon bietet zwar eine große Reichweite, leider habe ich aber an meiner Gewohnheit festgehalten, zu meinem Namen zu stehen, und dadurch die Nachteile bitter gespürt. Auf keiner anderen Plattform ist man persönlichem Hass und Shitstorm so ausgeliefert.

Hinzu kommt, dass ständig die Sicherheiten erhöht werden, so dass die Gefahr groß ist, in seinen Account nicht mehr hineinzukommen.

Außerdem reagiert der Support nur nach Gutdünken. So konnte ich zum Beispiel meine Accounts nicht zusammenlegen.

3. Eigener Online-Shop  Sollte heute kein Problem mehr sein? Pustekuchen. Ja, einfacher gegenüber früher ist es geworden. Aber digitale Produkte anzubieten ist immer noch schwierig.

Fazit

Ich habe meine Kompromisse gefunden. Mein eigener Shop ist mir wichtig. In den Jahren hat es sich so ergeben, dass meine Kurzgeschichten im Laufe eines Jahres entstehen und dann zu einem Buch zusammengefasst werden. Bei diesem Prozess möchte ich meine Leser gerne mitnehmen.

Gerne höre ich aber auch eure Meinungen dazu. Schreibt mir doch in die Kommentare.



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