Mittwoch, 11. März 2026

Elemente: Insel

 Wellen rollten gegen Strand aus schwarzem Sand. Doch meistens spritzten sie hoch auf gegen Felsen. Hier im Süden bedeckt grau-schwarze Kieserde das Land. Wasser war selten, und nur mühsam wuchs hier alles. Die Weinstöcke der Winzer gediehen durch das Zusammenspiel von Sonnenhitze und dunkler Erde. Die Mulden, in denen jeder Stock gepflanzt war, verdunstete jede Feuchtigkeit im Kegel sofort, und dadurch erhielt der Wein seine Lebenskraft.
Im Norden nur hing tagtäglich der Nebel in Tropfen in den Blättern der Bäume fest. Wolken zogen sich die grünen Hänge hinauf und entließen dabei Feuchtigkeit.
Im Herzen der Insel war anderes Grün. Oxidiertes Eisen zierte die Felsen, welche ihn schmückten oder beschützten, den im Innern glutheiß brodelnden Kegelberg des Vulkans, von dem man nie wusste, ob er ruhte oder spucken würde.
Ewig rollt das Meer, stetig zieht die Luft, Wasser passt sich an, Feuer spielt, wie es ihm gefällt, Erde verwandelt.




Kein Grund

 Manchmal vergesse ich mich,
Vergesse, dass Leben schön ist.
Manchmal sind Schlagzeilen
Schneller als mein Ich.
Manchmal lähmt mich
Diese Angst, die sein soll
Und doch nicht ist, denn
Siehe: In meinem Umfeld
Ist kein Grund für Angst.




Dienstag, 10. März 2026

Akrostichen mit "Sp": sputen, spleenig, spätlich, spötteln

 

S ehr spät dran sein
P lötzlicher Blick auf die Uhr
U nd zu spät dran
T atsächlich die Zeit vergessen
E infach losrennen und
N icht zu spät kommen!

S paß muss sein.
P einlich
Ö ffentlich verhalten lästern
T ut ja niemanden weh.
T ut es doch.
E s hört doch niemand.
L ügen. Nichts als Lügen.
N icht auf meine Kosten!

S owas gibt's nicht.
P ass mal auf: Doch!
Ä ltlich, oder?
T atsächlich.
L ieblich aber.
I st besser als spät allein.
C lownesk.
H aste auch 'n bisschen recht.

S owas aber auch!
P asst nicht ins Bild
L einen los, Fantasie!
E infach anders
E igen
N ette Marotte
I st kopfschüttelnd akzeptabel
G enerve manchmal





Friedensstifter

 Frieden bewahren im Innern,
Draußen alles stürmt, wie denn?
Doch ziehe den Vorhang auf,
Siehe hinaus. Was erscheint dir?
Siehst du Unruhe, stifte Frieden in dir?
Siehst du den Morgen, den Tag in Frieden,
Dann ist das 'Draußen' weit weg.





Sonntag, 8. März 2026

Kurz gefasst

 Feiner Goldstaub belegt den Stempel einer Blüte.
In Verquickung mit der Sonne und genügend Regen
Entsteht neues Leben.





Samstag, 7. März 2026

Mut gehört dazu

 Reglos lag sie auf ihrem Bett. Reglos wie damals, als er sie auf den nackten, kalten Tisch gedrängt hatte und der Schmerz einfach nicht abflachen wollte. Reglos, als sie nicht begreifen, nicht fassen konnte, dass ihr das gerade eben passiert war. Ohne dem Eingreifen ihres Hundes wäre sie nie wieder aus dem Himmel zurückgekehrt und ihr Körper wäre unter dem Kissen begraben auf dem Bett liegen geblieben.
Gestern hatte sie sich etwas schwach gefühlt und einer Schwester von dem Moment erzählt. Natürlich war das vermerkt worden, vor einer Stunde hatte die Ärztin ihr angeboten, hier, knapp dreihundert Kilometer entfernt, zu bleiben und sich zu trennen. Genau weiß ich es selbst jetzt nicht mehr. 
"Nein," wiederholte ich ständig, "Nein." Dreihundert Kilometer entfernt von meinem Arbeitsplatz, von meinem Leben, dass ich mir trotz allem aufgebaut hatte, nein. Er würde gewinnen, wenn ich ohne eigene Einnahmen dastand. Nein, dafür war ich nicht in meinen Körper zurückgekehrt, nein. Jetzt wartete ich auf den Heimweg.
Es war Zeit aufzustehen. Zeit weiterzugehen. Zeit, mich nicht unterkriegen zu lassen. Zeit für mich, für meine Ziele.



Gift

 Plappernde Tropfen brummeln in Knochen
Verschlossen, verborgen, ziehen ein,
Hinterlassen auflösende Säure, 
Die ganz langsam, stetig die Festigkeit
Meines Skelettes aushöhlen will. 
Aber: Nichts ist für die Ewigkeit.
Auch dieses nicht.




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