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Sonntag, 9. Februar 2025

Sehnsucht

 Sanft streicht mein Atem dahin,

Süße Bilder folgen ihm.

Hoffnungsvolle Blicke schweifen in die Ferne,

Weit über den Horizont, den irdischen,

Lassen erglühen meine Züge,

Lassen erhaschen den frischen Hauch,

Um zu beleben meine Gedanken.

Die stoßen und seufzen sich fort,

Denn, ach - wie weit ist dieser Horizont,

Wie fern, wie fern der irdische.





Montag, 3. Februar 2025

Die Verzweigung

 Links ein verschlungener Weg.

Rechts die Tiefe, geradeaus der breite Steg.

Geradeaus, soweit die Füße tragen,

Doch brichst du aus, so siehst du 

Die Tiefe nahen.

Geradeaus, der Masse nach -

Doch stehst du, so erblindest du.

Doch folgst du dem Herzen

Und nimmst den linken,

Dann wirst du haben

Die Muße, den Mut und die Weite,

Denn neben dir keiner verweilt,

Der dir raubt Ruhe und Zeit.




Sonntag, 2. Februar 2025

Heidegger

 Ich sah einen Menschen -

Was für einen Menschen?

Ein Mensch, der liebte die Sprache.

War er Philosoph oder Poet?

Er war ein Mensch, der die Weisheit

geschaut.

Liebte er die Sprache oder die Regeln?

Er liebte die Regeln der Sprache, doch

gedacht er der Sprache, indem er sie 

liebte.

Entsprang der Spruch aus seinen

Worten oder nur der Schluss?

Sein Herz schlug im Spruch, doch

sprechen tat er im Schluss.

So weiß ich nicht: Dichter oder Philosoph!

So weißt du nicht? Erst Dichter, dann

Philosoph.

(1993)





Finis et finitum

 Den eigenen Weg zu finden

- ein Weg mit tausend Stolpersteinen.

Streit, Ärger, Zorn und Hass sind

seine Begleiter wie

Liebe, Sanftmut und Versöhnung.

Glaubt man oft zu verzweifeln,

Siegt doch am Ende der

eigene Weg allein.

Der eigene Weg ins Leben

- mit Tränen und Liebe gesäumt.

Der eigene Weg ins Leben

- der einzige Weg in die Zukunft,

der einzige Weg in die ewige 

Hoffnung.

(1992)




Error, Error


 Der Schmerz des Lebens ist

Grausamer als der Tod einer Liebe.

Immer wieder kehrt er zurück.

Immer und immer wieder.

Dann, wenn das Glück dich zu

Tragen scheint,

Sticht er dein Herz, bis es zu 

Verglühen meint.

- Vor Schmerz vergeht.

Schmerz, der deine Wunde leckt;

Die Liebe verdrängt, versteckt.

Doch keine Liebe dieser Welt, die

So schwach ist, dass

Irgendein Weltenschmerz

Sie zu verdrängen mag.

(1992)





Et in terra pax

 Eintauchen in das Licht des Lebens;

Glück empfinden und Freude geben;

Liebe empfangen und überall sehen.

Sterne, die die Weite suchen,

Dir Frieden und Segen schenken,

Um Träume jenseits der Welt zu erblicken,

Das Kreuz des Südens zu finden.

Gleißendes Licht am Himmel dort,

Wo die Sehnsucht steht und steht.

Gleißendes Licht im Herzen dort,

Wo die Liebe fleht und fleht.


(1992)






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