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Montag, 13. April 2026

Dich sing ich wach, mein Lied verkündet die Nacht

 Blogissimo fragt in seiner Blogparade #relevant nach Lerche oder Eule? Lest selbst.


Noch ist es dunkel, gerade ein Hauch von Morgenlicht färbt den Himmel heller. Jetzt beginnt das Konzert der Frühlingsvögel. Sonst ist alles still.
Diese Stille liebe ich als Lerche so sehr. Die Menschen schlafen noch oder verhalten sich zumindest verschlafen. In dieser Stunde kann ich mich am besten auf mich konzentrieren, am besten meine Kreativität einschalten.

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Früher dachte ich nicht daran, eine Lerche zu sein. Zwar schlief ich nie solange wie mein Bruder, 'eine Eule', aber so früh wie heute stand ich auch nicht auf. 
Das hätte auch nicht funktioniert, denn ich arbeitete etwa fünfzehn Jahre lang an der Oper, und eine Vorstellung endet im Durchschnitt gegen 22.30 Uhr. Gut, in der Zeit trank ich meinen letzten Kaffee gegen 21.00 Uhr. Wenn man jung ist, hat man noch so viel mehr Kraftreserven.

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Heute lebe ich im Sommerhalbjahr mit dem Sonnenaufgang, im Winter pendelt sich meine innere Uhr auf leicht später, aber ziemlich regelmäßig ein. Diese ruhige Zeit morgens schätze ich wirklich sehr und genieße sie.

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Die Nachteile liegen auf der Hand, zeigen sich aber erst, wenn sich das Alter spüren lässt. Oder ist es etwas anderes? Der eigene Wandel? Der Weltenwandel? Keine Ahnung. 

Ich arbeite nach wie vor gerne und viel, bin dann aber auch müde; läute den Feierabend ein, wenn andere ihren Nachmittagskaffee trinken. Und je nach Arbeitsintensität werde ich früher oder später müde. Das stört mich eigentlich nicht.
Oder doch? Noch vor Kurzem konnte ich zwar nicht täglich am Abend 'auf die Piste gehen', aber doch gelegentlich noch abends etwas mit Menschen unternehmen, ohne am nächsten Morgen Schwierigkeiten zu haben. Mit bald Mitte Fünfzig fällt mir das schwerer.
Oder auch nicht, denn neben der Lerche bin ich auch hochsensibel, dass heißt, ich wähle bewusst aus, mit wem ich Zeit verbringe. Also halte ich das 'Auf die Piste Gehen' nur hin und wieder gut aus, und genieße es dann umso mehr.

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Wie geht es euch anderen Lerchen? Habt ihr auch das Gefühl, von über neunzig Prozent Eulen umgeben zu sein?
Das ist das eigentliche
Kernproblem von Lerchen und Eulen, sie verpassen sich immer. Hier passt der Satz wirklich: Gleich und gleich gesellt sich gern. Ach, ihr Lerchen, wo seid ihr nur?


Dienstag, 28. Oktober 2025

Schlemmen mit Humor

 Mit dem Essen spielt man nicht. - Genau!


Aber ich möchte dich heute auf ein Genuss-Spiel mitnehmen. Bist du dabei?




Vor einer Woche postete ich ein Bild eines meiner Klassiker-Bücher: Das Lesebuch für Genießer. Immer wieder lese ich darin die Zeilen von Walter Benjamin: "Frische Feigen", am liebsten aber "Falerner und Stockfisch".

Seine Art über das Essen zu schreiben, ähnelt meiner Sicht über dieses Thema. Karin Irschaids Buch "Das Hochzeitsessen" motivierte mich überhaupt erst, darüber zu schreiben; das ist jetzt Jahrzehnte her. Und immer wieder danach tauchte das Thema in meinen eBooks auf.

Sei es das "Weltgericht" in "Die Hunde von Punta Canda", die "Kaffee-Momente" oder "Die Spaghetti-Diät". Heute, hier geht es humoriger zu, es geht um einen Blogbeitrag.

Doch vor der Ernte steht die Mühe...

Nach welchen Regeln kauft ihr Lebensmittel ein? Ich wette, jeder hat seine eigenen. Und: ist euch schon einmal aufgefallen, dass sich Verpackungen verändert haben?

Kennt ihr noch die Wurst-, Fleisch- und Käseverpackungen, an der eine Ecke markiert ist, an der man die Verpackung aufziehen konnte? Nun, vielleicht seit ihr Veganer. Nun, ich habe eine Ausrede, ich habe einen Hund. Und Obst und Gemüse sind, Gott sei Dank!, selten so verpackt.

Auf den genannten Verpackungen gibt es diese Markierung immer noch. Allerdings hat sie in 99,9 % ihre Bedeutung verloren. Dafür  prangt jetzt bei Wurst ein Schweinskopf auf dem Plastik. Nein, das kommentiere ich nicht. Denkt euch meine Handbewegung dazu. Soviel Fortschritt in unserem Lande 😊!

Eine Regel habe ich mir vor wenigen Jahren zurechtgelegt. Warum sollte ich meine Einkaufszeiten nicht mit den Zeiten der Preisreduzierungen synchronisieren? Solange das terminlich geht, kann man herrlich davon profitieren. 

Aber das ist nicht die eigentliche Regel. Der Punkt ist, dass man ja nie weiß, was reduziert wird. Logisch, wissen die Verkäufer ja auch erst, wenn sie mit dem Auszeichnen beginnen. Das Spiel daran ist die Haltung. Wie bei einem Überraschungsei (ihr wisst schon, die deren richtigen Namen 2025 ich nicht mehr kenne.) freut man sich zwar auf die Milchschokolade, aber neugierig ist man auf das, was in der hohlen Schokolade verborgen ist. 

Genauso gehe ich die Supermarktregale ab. Was habe ich da schon für Überraschungen gefunden! Nahrungsmittel, die ich sonst nie ausprobiert hätte. (Ob sie mich überzeugt haben, ist eine andere Frage.) Aber die heutige Überraschung muss ich mit euch teilen! Und es ist keine Kurzgeschichte, sondern ein Blogartikel, weil einfach eine Fotostory manchmal besser die Geschichte erzählt.

Seit mindestens zwei Tagen giert mich diese Verpackung an...

(Okay, da gab es keine Blasen oder so, also alles gut.)

Wieder stand ich rätselnd davor. Der Name überklebt, die Form unbekannt und kein passendes Preisschild dazu. Sollte ich? Oder besser nicht? Nun kam dazu, dass ich schon einen kleinen, aber feinen Leckerbissen gefunden hatte, der brauchte aber einen Begleiter. Blieb ich deshalb genau hier vor dem unbekannten Nahrungsmittel stehen?

Dann setzte der Spieltrieb ein. Genau das Momentum, nach der meine Regel funktioniert. Ich wollte wissen, was in dem Ei - Verzeihung, in der Verpackung - war.

Und jetzt folgen die Fotos.


Also, das Wort 'Lachs' konnte ich lesen.🙄

Ist das ein getarntes Ikearegal? 
Eine Aufreißanleitung


Erfolg!!!🙃



Yammi.😋😋😋



Nach dem Entpacken fand ich tatsächlich noch eine Nahrungsmittelbezeichnung. Mit einer Lupe könnte ich sogar alle Zutaten in der Liste lesen, aber will ich das? 🧐🧐🧐🧐🧐🧐

Demnach habe ich heute Onigiri verspeist (geformte Reiszubereitung mit gebackenem Lachs, Frischkäse, Wakame-Algensalat und Kaviar-Imitat aus Algen mit Wasabigeschmack in einer Seetankhülle. Aha. Nennt man das nicht auch Sushi?


p.s.: Wofür gibt es Google? Wieder etwas schlauer. (naja.) Ist irgendwie doch wie dreieckiges Sushi, auch dem Geschmack nach. Ist ja aber auch nur aus dem Supermarkt. 

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Sweetness

 Gestern in der Mittagspause sah ich ein kurzes YT-Video über den deutschen Schulanfang. Dabei ging es auch um SÜßIGKEITEN am Schulkiosk. Zwar verwunderte mich das zuerst, da es bei uns in der Grundschule keinen Pausenverkauf gab, aber die Zeiten sind auch lange, lange her.


 Wie auch immer, darum geht es heute nicht. Positiv fand ich nämlich, dass sich viele Eltern bewusst mit dem Thema Süßigkeiten in der Schulpause auseinandergesetzt haben und die Folgen von Zucker kennen. 

Diese Erkenntnis hat mich aufgebaut, denn die Erwachsenen in meinem Umfeld der letzten fünfzehn oder mehr Jahre scheinen davon keine Ahnung mehr zu haben... 

Die Reaktion letztens auf " Geschafft, nur noch warmes Wasser, nicht einmal mehr  ein Cappuccino zum Frühstück (vor allem wegen des Coffeins)." traf mich wie ein verbale Ohrfeige: "Aber etwas Zucker braucht das Gehirn doch."

Aber es kam noch weit schlimmer, etwas, was mich zu diesem Artikel veranlasste. Neu ist das Thema nicht.

Seit bestimmt fünf Jahren gibt es nur noch ganz wenige Lebensmittel, die Zucker enthalten, in meinem Haushalt. Das sind Brot (Vollkornbrot mag ich seit 2010 nicht mehr. Schade!), etwas Aufschnitt und manchmal eben Cappuccino.

Sicher, es gibt diese Tage, da geht es ohne Zuckerschock nicht. Das sind große Herzschmerztage, die mit großer Eiscremeliebe beruhigt werden. Das kommt aber nicht oft vor.

Mein Zuckerglas steht seit Jahren verwaist herum, auch meine Zuckerzimtmischungsglas für Kaffee ist vor Einsamkeit gestorben. Weder weißen Zucker noch schwarzen Kaffee vermisse ich.

Und dann kam aus heiteren Himmel ein gut gemeintes Geschenkpaket bei mir an. Weihnachtszeit hat ja seine süßen Seiten, der Paketinhalt auch: Schokolade, Marmelade, Marzipan, Kekse, Schokocreme, Weißbrot und alles gleich doppelt. 

Und jetzt? Das einem Weltkriegsenkel! Wegschmeißen von Lebensmittel kommt einer Todsünde gleich. Wenn die Sachen mir unter die Augen kommen, sind sie in meinem Bewusstsein. Und dann gute Nacht!

Und so begann der Teufelskreis des Zuckers von Neuem. Ich habe schon an anderer Stelle darüber geschrieben, wie Zucker süchtig macht. Es ist wirklich unglaublich.

Einer Frau zwei Tafeln Schokolade unter die Nase zu halten, hat Folgen, das weiß doch jeder. Die erste Zeit ging es noch ganz gut: ein Stück am Tag. Aber schon ganz schnell wirkte ein Stück nicht mehr so, wie es nur Kakao und Zucker zusammen können. Leider gab es auch noch eine zweite Tafel. Und damit war der Zuckerdamm gebrochen. Das Verlangen war täglich da, aber täglich brauchte es im Grunde mehr Zucker für den gleichen Effekt. Ich sage im Grunde, denn ich kämpfte hart mit mir. Und dennoch unterlag ich. Nach nur etwa zwei Wochen.

Ich bemerkte, wie ich mich schlechter, müder fühlte, und meiner Verdauung ging es auch nicht mehr so gut. Ich zog die Reißleine, stoppte die Zuckerinvasion in mein Haus, kochte gezielt wieder so wie am Anfang meiner zuckerfreien Reise. 

Haferflocken spielen dabei eine wichtige Rolle. Dieses Getreide reguliert in wunderbarer und leckerer Weise den Blutzuckerspiegel. So habe ich ja auch meinen latenten Blutzucker in den Griff bekommen, ohne Medikamente und dann auch ohne ein Zuckertütchen für den Notfall in der Tasche. Vorgestern entsorgte ich das letzte davon aus meinem seit Jahren nicht mehr benutzten Kulturbeutel.

Viele kennen Haferflocken zum Frühstück. Das ist eine gute Sache, aber will man sich langfristig vom Zucker lösen, verwendet man ein paar Haferflocken in der Hauptmahlzeit. Im Herbst ist Eintopfzeit, da kann man locker einen Löffel Haferflocken unterrühren, bei leichten Sommersuppen funktioniert das genauso, und jede Soße wird mit ein paar Haferflocken sämiger. Hält man das einige Zeit durch, verliert sich die Lust auf Zucker und nach einer ziemlich langen Zeit schmecken Süßigkeiten echt etwas komisch: viel zu süß und unecht.

Ist man aber wie ich wieder in so eine Zuckerfalle geraten (und wie viele sind das lebenslang), kippt der Blutzucker nach einer salzigen Mahlzeit mit Haferflocken in den ersten Tagen ins Gegenteil. Der Zuckerspiegel fällt ab, und man bekommt einen leichten Hunger auf etwas Süßes. Nun ist ein meist zuckerhaltiger Nachtisch keine Lösung, nimmt man stattdessen etwas (Vollkorn-)Brot, einen Gemüsesmoothie oder ein Stückchen Käse zu sich, wird sich der Körper allmählich auf einen besseren Blutzuckerwert einstellen. Das dauert meist nur ein paar Tage. 

Ich mag es trotzdem,  weiterhin Haferflocken hin und wieder zum Essen zu geben, denn vergessen wir nicht, in jedem verarbeiteten Lebensmittel steckt Zucker.

Weil ich auch darüber in letzter Zeit feststellen musste, wieviel  Unkenntnis mittlerweile darüber herrscht, hier noch die Wiederholung einiger Fakten über den Begriff 'Zucker'.

  • Der Zucker, der in diesem Artikel die Hauptrolle spielt, ist der weiße Industriezucker. Er kommt in allen verarbeiteten Lebensmittel vor: Wurst, Fertiggerichte, Süßwaren etc.. 
  • In unverarbeiteten Lebensmittel kommt auch Zucker vor. Es handelt sich aber nicht um industriell verarbeiteten Rübenzucker, sondern um biologische Zucker. Davon gibt es verschiedene Arten: Einfachzucker, die schnell ins Blut gehen und schnell den Blutzuckerspiegel anheben, Mehrfachzucker, oft Fruchtzucker, also der biologische Zucker im Obst, und langkettige Zucker wie die Stärke, die den Blutzuckerspiegel nur langsam erhöhen. Die Begriffe stammen aus der Biochemie. Industriezucker hat damit nichts zu tun.
(p.s.: Wer es ganz genau wissen möchte, für den habe es hier zusammengestellt.)
In der Tat mag ich Obst längst nicht so gerne wie Gemüse, dennoch ist Obst absolut gesund, weil jedes Obst einen einzigartigen Cocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen wie eben auch Fruchtzucker enthält.

Zum Schluss möchte ich festhalten, dass es also keine gute Idee ist, sich ungefragt in die Ernährung anderer Menschen einzumischen, außer natürlich bei den eigenen Kindern, die ja noch lernen.

Mein Hund würde mir bezüglich der Haferflocken die Pfote reichen.


Fotos von Pixabay

Mittwoch, 16. Juli 2025

Da liegt sie nun

 - im Bett. Erkältung trifft auf chronische Lungenentzündung, also läuft nicht mehr viel. 

In den wachen Momenten zu viel Zeit für zu viele YT-Videos. Und dabei fiel mir einiges auf.


- Ki-Stimmen werden zwar vielfältiger, man hört nicht mehr immer dieselbe Frauen-/ Männerstimme, das Erkennen von KI wird dadurch aber schwerer.

-Ki-Stimmen nerven nicht nur mich, wie viele Kommentare zeigen. Irgendwann höre ich einfach nicht mehr zu.

- Die gesprochenen KI-Texte strotzen vor übertriebener Wortwahl. Auch sind Wiederholungen von Sätzen typisch für KI-Texte. Interessant ist etwas anderes.

- Problem Fiktion oder Realität von Geschichten. Es gibt so manche Kanäle, die KI-Geschichten von Menschen erzählen. Allerdings weiß niemand, ob diese Geschichten erfunden oder wahr sind. An den Kommentaren merkt man, dass das wichtig ist.

Mir fällt dazu ein berühmtes Beispiel ein. Karl May behauptete, dass seine Bücher Reisegeschichten waren und er sie selbst erlebt hätte. Das war gelogen und er musste dafür sogar ins Gefängnis. Allerdings habe ich mir als Kind niemals vorstellen können, dass die Bücher wirklich passiert waren. Das war auch gar nicht nötig, die Romane sind Jugendklassiker geworden (Und manch ein Erwachsener hat sie auch geliebt.) 

Buchrücken von Karl May Büchern
Foto von Pixabay


Es ist also viel besser, gleich zu sagen, ob die Geschichte wahr oder erfunden ist. Die Beliebtheit zeigt ja deutlich, das gute Geschichten noch immer gefragt sind.

- Dann sind biographische Videos im weitesten Sinn sehr beliebt bei Kanälen. Aber dort gibt es viele Schwächen bei KI. Falsche Fotos tauchen gerne in den Videos auf, und auf die Richtigkeit der Daten kann man sich gar nicht verlassen. Wenn dann noch ein reißerischer Titel, der eher für Verwirrung als Begeisterung sorgt, hinzukommt, hat man ein sehr lauwarmes  biographisches Video.

- Steigerung möglich: Ein Kanal bringt täglich ein rein KI-erstelltes Video über den letzten Moment  von Persönlichkeiten heraus. Ich hatte den Content nach einer halben Stunde durch - und dann nie wieder. 

Ein unscharfes Bild, was sonst was sein könnte, ist der Videostart, danach folgen biographische Daten mit den oben beschriebenen KI-Mängeln. Nur widersprach sich in einem Video ganz klar eine biographische Information, so dass man sich fragte, was denn nun?

Tut mir leid, aber ich finde das respektlos den Verstorbenen als auch den Zuschauern gegenüber, die mit solchen Informationen nur ihre Zeit verschwendet haben.

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KI entwickelt sich rasant, das merke ich überall. Das ist auch nichts Schlimmes. Aber irgendwie ist es doch so, dass sie den Trend beschleunigt, dass immer weniger Informationen immer schneller verbreitet werden, ohne ihren wahren Gehalt überprüfen zu können. 

Das fing schon vor KI an, als immer mehr Seiten mit Fachwissen unter ferner Liefen verschwanden, und die meisten Artikel immer nur auf andere vorhandene Internet-Artikel zurückgriffen, die immer weniger nachgeprüfte Inhalte besaßen. Echtes  breitgefächertes Fachwissen dagegen wird immer weniger im Internet.

Dienstag, 17. Juni 2025

Morgens, bevor der Wecker klingelt

 Anita Griebl hat zur Blogparade "Aufgetankt! Deine Energiequellen für mehr Power im Alltag." aufgerufen. Da ich noch nie einfach so aus dem Bett gehüpft bin - zu niedriger oder zu hoher Blutdruck, zu viel geträumt, in der falschen Position eingeschlafen - möchte ich von meiner Morgenroutine berichten, die mir in der Regel einen guten Start in den Tag ermöglicht.

Die Worte zwischen den Gedankenstrichen deuten schon daraufhin: Ich mag meinen Körper, aber er hat ein paar 'Macken'. Und die bestimmen auch meine Morgenroutine mit.


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Meine Morgenroutine

Zuerst möchte ich erklären, dass sich meine Morgenroutine an die Idee von Bodo Schäfer anlehnt und sich in manchen Punkten ähnelt. Einige Punkte habe ich aber schon angewendet, bevor ich von Bodo Schäfers Routine gehört habe. Und außerdem ist sie meinen körperlichen Bedürfnissen angepasst.
Grundsätzlich spricht dieser Punkt aber dafür, dass eine bewusste Morgenroutine hilfreich sein kann.

Mein Aufstehprogramm Punkt für Punkt:

1. Nach dem Wachwerden im Bett Füße kreisen und auf- und niederstrecken: Mein Kreislauf kommt in Gang, meine Fußsehnen werden locker. 

2. 10 Minuten alle Solfeggio-Frequenzen hören: Diese Frequenzen haben eine heilsame Wirkung auf Geist und Körper. Während dem Hören mache ich Gymnastik. Die Gymnastik besteht aus mehren Segmenten. 

3. Atemübungen:  Drei Jiu-jitsu-Übungen: Dabei muss man bewusste, tiefe Atemzüge tätigen. Diese Übungen helfen mir, meine Lunge zu trainieren, meine Nase zu reinigen, Stress zu reduzieren und Energie zu tanken.
Ein Hörbuch, dass ich im Winter gehört habe, befasste sich mit dem richtigen Atmen. Seitdem achte ich darauf, viel mehr durch die Nase zu atmen. Besonders die ersten Atemzüge morgens im Bett bei dieser Übung reinigen meine meist verstopfte oder verschleimte Nase. Meine gewählten Strömepunkte 

  1. entstressen mich 
  2. lassen mich tief in die Lunge atmen 
  3. lassen mich in den Nacken atmen und befreien das dritte Auge.

4. Dehn- und Streckübungen: Ich beginne nach den Atemübungen gemeinsam mit dem Strömen mit dem Dehnen meines gesamten Körpers, zuerst im Bett, dann geht's raus aus dem Bett. Nach diesen zehn Minuten bin ich schon ziemlich fit.

5. Frühstück: Während das Wasser kocht bereite ich vor:

  • einen Schluck Apfelessig (zur Zeit genieße ich Veilchenessig selbstgemacht)
  • eine Knoblauchzehe
  • Saft einer Zitrusfrucht (Zitrone, Limette, Orange, etc.)
  • Tasse Cappucino
Apfelessig, verdünnt oder pur, hat viele Vitamine und der Essig reinigt meinen Darm. Der Knoblauch ist ein Segen bei meiner verschleimten Lunge, außerdem ist er gut für die Arterien und auch für den Darm. Der Obstsaft kommt in den halben Liter nicht mehr kochenden, warmen Wasser. Vitamin C wird durch kochendes Wasser zerstört. Gerne gebe ich noch etwas Heilerde ins Wasser (Stichwort Silicea/ Kieselsäure).
Der halbe Liter Warmwasser ist ein Segen und viel besser als zuerst eine Tasse Kaffee, was ich jahrelang getan habe. Der Cappuccino kommt zum Schluss.

6. Lüften und Aufräumen:
Das gehört eigentlich schon gar nicht mehr wirklich zum Morgenritual, ist mir aber seit Ewigkeiten wichtig.

  1. Hochfrequenzen im Schlafzimmer und bei Bedarf in allen Zimmern abspielen. Es gibt spezielle Videos auf YouTube, mit denen man sehr gut energetisch sich und Räume reinigen kann. Dabei
  2. kann ich Lüften, um die abgestandene Luft zu entlassen. Zugluft bei geöffneten Fenstern nachts vertrage ich nicht.
  3. Betten machen und den Boden fegen ist einerseits wieder Bewegung nach der Gymnastik, andererseits ist Ordnung einfach schöner.

 Jetzt kann der Tag starten. Meistens schreibe ich jetzt mein Tagesgedicht.
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Auftanktipps während des Tages

Als hochsensible und meist höher schwingende Person strengt mich Gesellschaft eher an als das es eine Energiedusche wäre. Ausgenommen mein Hund und eigentlich alle Tiere.
Mir helfen aber folgende Dinge:
  • Lesen mit physischen Buch
  • Lesen auf dem Rasen in der Sonne liegend
  • mich auf dem Rasen in der Sonne rekeln
  • Gartenarbeit mit  den Händen und am liebsten im Sitzen oder knieend (Erdung)
  • Allein im Wald spazieren gehen
  • Am See oder Wasser in der Sonne sitzen.
  • Zeichnen
  • (früher auch Schwimmen mit vielen Tauchgängen): Ich schwimme ohne meine Sehhilfe, das unscharfe Sehen entspannt, tauchen verstärkt das Abschalten. Heute vertrage ich kein kaltes Wasser mehr.)
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Da ist doch mehr zusammengekommen, als ich dachte. Was ihr wohl zu meiner Liste meint? Ich bin gespannt. Übrigens, ist euch aufgefallen: Es klingelt bei mir nie der Wecker. In der Regel wache ich von alleine rechtzeitig auf. 


Meine fünf liebsten Blogartikel

 

Diese Idee für eine Blogparade fällt genau in die Zeit meines 10jährigen Jubiläums meines erstes Blogbeitrags.

 Das passt, liebe Birgit. Also befasse ich mich jetzt mit deinem Thema „Meine liebsten Blogartikel – und warum du sie lesen solltest. 

Blog-Anfänge

Die Einleitung sagt es ja schon: Am 11.6.2015 ging meiner erster Blogbeitrag online. Da sind einige Beiträge zusammengekommen. Aber es hat etwas damit auf sich: Der Anlass 2015 war, meine Gedichte online zu archivieren. Doch schon nach wenigen Wochen schrieb ich im Blog neue Gedichte. Bis heute läuft diese Art Blogbeiträge fort.

Als ich Wattpad für mich entdeckte, wechselte ich von Wordpress dahin. Als mein Laptop in die Jahre gekommen war, suchte ich Alternativen und fand Blogger - bis heute gibt es hier das Tagesgedicht zu lesen.


Mein erster Blog hieß "Wort und Tier", was mit meinen zwei Ausbildungen, Autorin und Tierheilpraktikerin, zu tun hat. Nach einigen Monaten gab es dann einen zweiten Blog zur Tierheilpraxis, und ich muss sagen, in diesem Blog könnte ich mich für keinen liebsten entscheiden. Es hat einfach Spaß gemacht. 

Damals bloggte man auch nach anderen Regeln. Es ging nicht um die Textlänge und den ausgeklügelten Aufbau mit verschiedenen Überschriften, es war alles etwas freier.
Das zeigte sich besonders, als ich einen Platz für meine Rezeptsammlung für meine Hundemuffins brauchte. Ich entschloss mich zu einem dritten Blog, der mit der Tierheilpraxisseite verknüpft ist. Jeder Beitrag enthielt mindestens ein Foto vom Muffin, die Zutaten und das Rezept. Diese Beiträge waren also wirklich nicht lang. Aber sie kamen an.

Doch diesen Teil will ich jetzt hinter mir lassen. Ich wähle meine fünf liebsten Beiträge aus den letzten Jahren aus. Neugierig? Bitte sehr.


1. Zum Schmunzeln: Glosse

Dieser Artikel fiel mir sofort beim Lesen des Themas ein. Gerne lache ich einmal über mich, und dieser Text bringt mich immer zum Lachen. 

Und da ist noch etwas: Durch diesen Artikel bleibt der Grund für den Schmunzler in meiner Erinnerung, während der Grund an sich leider, leider bald in der Entsorgung enden wird. Die Zeit ist gekommen. 

Hier geht es zur Glosse.

Würde ich heute etwas an ihm verändern?  Vielleicht würde ich das eine oder andere Wort anders schreiben. Aber nur vielleicht.

2. Vergangenheit auf modern - auf Abenteuersuche

An einem faulen Nachmittag machte ich es mir mit YouTube gemütlich. Ich liebe Filme. Doch es kam anders. YT schlug mir ein Video über Hotels an der Schwarzwaldhochstraße vor. Das Video zog mich in seinen Bann und brachte mich zum Nachdenken. 

Ich forschte noch ein paar Tage, dann entstand eine Artikelstruktur in meinem Kopf, bevor ich zu schreiben anfing.

Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, weil es einerseits mystisch andererseits tiefsinnig und wichtig ist.

Hier geht's zum Artikel

Würde ich etwas daran ändern wollen? Nein, das nicht. Vielleicht mache ich doch noch meine Idee vom Artikelende wahr.

3. Kurioses - Besser nicht nachfragen, oder?

Diese Geschichte musste ich einfach aufschreiben, obwohl ich so etwas eigentlich nicht mehr tue. Heutzutage sind Phrasierungen viel zu oft nötig statt klarer Worte. Meine Erfahrungen reichen mir.
Aber das war doch zu merkwürdig. Und dann fand ich noch so schön passende Fotos dazu, die sind echt klasse.

Also wer sich gern über ein eigentlich ernstes Thema wundern will -
bitte sehr!

Ob ich an diesem Blogartikel etwas ändern würde? -Nein. Aber ich sollte aufhören, über solche Themen zu schreiben.

4. Was schreibe ich und warum?

Ein Artikel ursprünglich für eine Blogparade. Ich kämpfte innerlich mehrere Tage, bevor ich ihn schreiben konnte. Das Schreiben fiel mir auch nicht einfach, denn ich kam immer wieder ins Reflektieren. Als der Blogbeitrag fertig war, war ich auch ein wenig fertig. Aber ich war auch ein wenig erleichtert. Das Reflektieren zeigte Wirkung, denn in mir hatte ein Richtungswechsel stattgefunden, ein Damm war gebrochen. Und darum ist mir dieser Blogartikel so wichtig. 

Wenn du an etwas Persönlichem interessiert bist, dann gerne doch

Will ich an diesem Artikel etwas ändern? Bisher: nein.

5. Achtsamkeit und Sinnlichkeit: Kakao

Das ist eigentlich so ein typischer Artikel für mich, wie ich es sehr mag, wenn ich nicht philosophiere oder Gedichte schreibe. 
Das Besondere an ihm ist, das es zum Thema ein Erlebnis gibt, an das ich mich gerne zurückerinnere. Und zwei Zeichnungen sind dabei auch entstanden. Alles in Allem eine runde Sache.

Einladung zur Sinnlichkeit - hier.

Ob ich etwas ändern möchte am Beitrag? Vielleicht möchte ich ihn in diesen Blog integrieren. Ko-fi hat nämlich keine Suchfunktion, und deshalb ist es mühselig, dort ältere Artikel zu finden. Es sind aber sowieso nur eine Handvoll Blogbeiträge, die nur dort sind.

So, das war's. Doch, bloggen macht Spaß! Den wünsche ich euch auch.


Samstag, 14. Juni 2025

Vom Reisen und Rätseln

 Wie kam ich auf meinen Lieblingskrimi?

Als Kind hatten wir nur einen Schwarz-Weiß-Fernseher, und meine Oma, die bei uns lebte, hatte einen Farbfernseher. Kündigte die Fernsehzeitschrift ein "Ereignis" an, dann lud sich die ganze Familie bei ihr ein. Familienabende in den Siebzigern.

Zu den Filmabenden gehörten die James-Bond-Filme, der weiße Hai und Agatha-Christie-Verfilmungen. Nicht immer waren diese Abende für mich als jüngste immer nur vergnüglich. Die Schwarz-Weiß-Verfilmung vom Wachsblumenstrauß mit Margret Rutherford jagte mir Angst ein und ich konnte nicht einschlafen, schaute tausendmal unter meinem Bett nach und sah dauernd zur Zimmertür.

Anders war es mit der Verfilmung von 'Tod auf dem Nil'. Er ist in Farbe, ich wusste inzwischen, wann ich besser kurz die Augen zu hielt und am Anfang die herrlichen Szenen, die  in Karnak, Ägypten spielen. Hier ist er also, mein Lieblingskrimi.

Landschaft am Ufer des Nils


Wer war Agatha Christie eigentlich?

Agatha Christie wurde 1890 geboren. Bis zum ersten Weltkrieg studierte sie Musik, im Krieg arbeitete sie als Krankenschwester. 1914 heiratete sie und bekam 1919 ihre Tochter. 1920 erschien ihr erster Kriminalroman. Der Beginn einer großen Schriftstellerkarriere.
Nicht nur ihre Begabung zum Schreiben trugen zu immer neuen Krimis und auch Kurzgeschichten bei, die Krimis machten sie auch finanziell unabhängig, was ihr natürlich auch über die schwere Zeit nach der Trennung und Scheudung von ihrem ersten Ehemann half. Für diese Stärke bewundere ich sie sehr.

Warum Verfilmung und nicht Buch?


Ich bin eine Leseratte und auch Schnellleserin. Wie oft kann ich bei einem Buch, das mich in seinen Bann geschlagen hat, einfach nicht aufhören zu lesen. 
Bei einem Krimi aber bin ich so gespannt auf den Ausgang, dass ich es am liebsten am Stück lese. Die Bücher von Agatha Christie eigenen sich hervorragend dazu. 
Und es stimmt nicht ganz, wenn ich sage, dass ich die meisten Verfilmungen gesehen, aber nur wenige Bücher von ihr gelesen habe, denn in den Familienurlauben blieb der Fernseher aus (außer zur Olympiade), dafür  waren jede Menge Krimis im Gepäck und viele freie Lesestunden zur Verfügung.


Warum Agatha Christie Krimis?


Ich mag Denken. Und ich mag Mit-Rätseln. Ich folge gerne den Wendungen, suche nach den versteckten Hinweisen. Und auch deshalb schaue ich gerne Filme an, weil ich ein visueller Typ bin. Und ich mag die Art, wie Hercule Poirot ermittelt, seine hellen Kopf.
Natürlich ist auch Miss Marple einzigartig, ganz klar, aber mein Favorit ist Poirot.


Warum der eine Krimi?


 Agatha Christie machte einige Reisen in ihrem Leben und konnte davon für ihre Bücher profitieren, weil sie die Umgebung vieler ihrer Krimis persönlich kannte. Diese Authentizität der Orte finde ich wunderbar. Und das trifft für mich besonders auf  'Der Tod auf dem Nil' zu. 
Agatha Christie verbrachte einige Zeit in Ägypten, kannte Luxor und die Nildampfer. Und auch ich war mehrmals in Luxor, bin zweimal den Nil entlang gefahren, und war auch in Kairo. Ich liebe dieses Land und seine Menschen.
In der Adventszeit während einer  meiner Ägyptenreisen saß ich auf einer Terrasse, auf der sehr gut auch Agatha Christie gesessen haben könnte. Und ich dachte auch an sie in diesem Augenblick. 
Abends leuchteten blaue Lichterketten in den Palmen als Weihnachtsdekoration und ich stellte mir vor, wie es wäre, hier Weihnachten feiern zu können.
Während der Wartezeit am Flughafen am Abreisetag fand ich ein Büchlein mit Weihnachtsgeschichten von Agatha Christie und kaufte es. Ich habe es heute noch und lese es immer mal wieder gerne.

Der Tod auf dem Nil

 In zwei Sätzen zusammengefasst, ohne etwas zu verraten? Mal sehen...
Eine Gesellschaft findet sich auf einem Nildampfer zusammen, darunter ein frisch verliebtes und verheiratetes Pärchen, Hercule Poirot und die Verflossene und Exfreundin des Paares. Die Spannung dieses Dreiecks springt förmlich ins Bild. Es scheint klar zu sein, wer stirbt und wer es getan hat. 
Aber auch beim xten Mal ansehen, muss man gut aufpassen, die versteckten Hinweise auf den wahren Mörder nicht zu übersehen. Ganz meisterhaft geht Poirot allen Winkelzügen nach, und staunend steht ein Neuling der Geschichte vor der Auflösung des Kriminalfalls. 
Immer wieder gerne, und immer wieder gerne die Erinnerung an die Reisen nach Ägypten.


Und...

mich beschäftigt tatsächlich die Frage, wie man sich einen Krimi ausdenkt und dann schreibt. Ich mag zwar Krimis gerne, aber geschrieben habe ich noch keinen. Also danke dir Susanne für deine Arbeit. (zurück zur Blogparade.)


Donnerstag, 12. Juni 2025

Wo bist du hin?

 Dieser Moment passierte mir nicht mit meiner jetzigen Hündin. Nein, diesen unvergesslichen Tiermoment - Danke dir, Anke für die Inspiration - schenkte mir mein vorheriger Hund Henry.

Ich freute mich darüber, dass wir zu meinem Lieblingstauchplatz fuhren. In Kürze würden wir ihn erreichen und die lange Autofahrt hätte ein Ende. 

Die Tauchfreunde waren schon da. Sie bereiteten ihre Ausrüstung und den Grill vor. Zwischen den Tauchgängen wurde immer gegrillt. 

Nach dem ersten Besuch im Wasser wollte ich mir die Beine vertreten und auch Henry sollte seine Bewegung habe. Gemeinsam erkundeten wir das Ufer des Sees. Er war von Wald umgeben und außer einen Einstieg über ein paar Stufen und einen Steg konnte man nicht direkt ins Wasser. Durch den Wald führte ein schmaler Pfad. Wir hatten viel Spaß, ihn zu erkunden. Dann öffnete sich der Wald und wir standen plötzlich am Rand des Sees - in etwa zehn Metern Höhe. Vor uns sprangen ein paar Teenager in die Tiefe. 

Hund beim Buddeln
Immer so Ideen!

Henry und ich beendeten unseren Rundgang. Es gab einen weiteren Tauchgang. Bis dahin waren die Worte mit meinem Tauchpartner auf das Nötigste reduziert gewesen. Die Freunde brachten Ablenkung. Aber jetzt, bei dem Aufwärmen und Durchatmen nach zwei Tauchgängen fielen ihm wieder böse Worte ein. Wieder wollte er den Tag versauen. Kurz entschlossen stand ich auf, ging im Badeanzug, den ich noch trug, zur Treppe und zum Steg, stieg ins Wasser und begann los zu schwimmen.

Rotti beim Löcher buddeln
ein bisschen dickköpfig manchmal

Nun bin ich Brillenträgerin. Im Wasser orientiere ich mich an Landmarken. Auf dem Lande bin ich ohne Brille ziemlich hilflos.

Nach einigen Augenblicken schwamm ich etwa in die Richtung, wo die Kinder von der Felswand ins Wasser sprangen. Und da sah ich meinen Hund auf mich zu schwimmen. Wie ich mich wunderte. Wo kam er her? Warum war er im Wasser?

Beide kehrten wir ans Ufer zurück. Erst, als wir das Badetuch erreichten hatten, bemerkte ich eine Verletzung an einer Vorderpfote. Was war passiert?

schnüffelnder Hund
Was ist da nur?

Henry hatte mich aus den Augen verloren, als ich so plötzlich im See verschwunden war. Ich war weg. Daraufhin war er den Waldpfad zur Felswand entlanggelaufen, hatte mich von dort aus gesehen und war ins Wasser gesprungen, um zu mir zu schwimmen.


Immer bewegt es mein Herz, wenn ich an diesen Moment zurückdenke, wie tief seine Verbundenheit zu mir war.   Hunde sind soooo großartig.
Henrys Verletzung war nicht schlimm, sie war schnell und einfach versorgt und heilte bald ab.


Mittwoch, 11. Juni 2025

Lieblingskräuter & Kräutergeschichten

 Anita  von Kräuterlei am Wörthersee hat die wundervolle Idee, eine Blogparade über Lieblingskräuter und Kräutergeschichten zu starten. Und da fallen mir mal wieder zuerst wundersame Worte der Poesie ein. Aber dann..

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Brainstormingworte statt Inhaltsverzeichnis


Lieblingskraut. Welches denn nur?

Ich liebe die Kamille,

Die feine Blüte beruhigt mich so sehr.


Wohltat mir Duftveilchenessig.

Ein Schluck am Morgen reinigt Blut und Blase,

Entzündungsbrand wird gelöscht, 

Und Bronchitis kommt in Atemnot.


Hilfreich und gut - 

Ringelblumensalbe.


Und lieb ist mir Lavendelduft.

Wohltat mir und Hund.

Leider nur das Wuchsproblem:

Noch nie brachte ich Lavendel übers Jahr.


Welches nur, welches das liebste mir ist?

Ich weiß es nicht.


Vergaß ich vielleicht

den Gundermann zu nennen?

So unscheinbar schön blühend im Rasen,

So mächtig bei Schürfen der Haut.

Habt nur nicht zu feine Nasen!


Mächtiges Blätter-, Blütenwerk,

Mächtige Kraft - und lange mein Begleiter.

Herzkraft heutzutage schneller bricht -

Ach Weißdorn, du doch nicht.

Hörte ich doch öfter auf dich!


Deshalb wohl, du liebstes "Kraut",

Königin mir bist. Hörte ich mir doch

Deinen Rat mir besser an: Wer kräft'ger ich?

Deine feinen weißen Blütenbüsche

Im Wonnemonat Mai geben Antwort drauf.

______________________________________________________________

Kamille

Lange gezogener Kamillentee tut mir bei leichten Einschlafschwierigkeiten gut. Aber sie kann so viel mehr.
Mein stärkster Moment war einmal, als ich nichts gegen einen Migräneanfall im Hause hatte. Da hängte ich folgende Kamillenzeichnung in Sichtweite des Bettes. Sich mit ihr zu verbinden, half mir Stück für Stück über die Migräne hinweg.



Duftveilchen

Ende März/ Anfang April probierte ich ein Rezept für Veilchenessig aus. Und ich bin froh darüber! Ein Schluck vor dem Frühstück hilft mir, seit Mai über meinen Sturz, meine Überarbeitung und meine chronische Bronchitis hinwegzukommen. (Gut, die Bronchitis erfordert noch zusätzlichen Einsatz.)
Im Rezept vom YouTuber Timo G. wird Rotweinessig verwendet. Mein Spieltrieb hörte beim Verhältnis Veilchenblüten/ Rotweinessig auch aufs Bauchgefühl und ergänzte mit etwas Wein-Branntweinessig, so dass zwei Gläser entstanden. 


Ringelblume

Da muss ich nicht viel zu sagen. Damit ich die Herstellung der Salbe nicht vergesse, gibt es einen eigenen Blockartikel dazu (schon älter).
Die Salbe ist klasse. Bin 2024 einmal vom Pferd gefallen und dieses Jahr gestürzt. Beide Male verbesserte sich über Nacht die Verstauchungen an der Hand.

Ringelblumensalbe im Glas selbstgemacht

Lavendel

Auch bekannt, aber tut so gut. Leider gehen Lavendelpflanzen in meiner Obhut immer zurück im Wachstum. Für manche Pflanzen habe ich anscheinend keinen 'grünen Daumen'. Darum war das eine gute Lavendeljahr so bemerkenswert. Der Lavendelbeutel im Wohnzimmer taten mir und meinem Hund monatelang gut, und die Ernte reichte sogar für Lavendelöl.

Stoffsäckchen mit Lavendelblüten gefüllt

Gundermann

Der Gundermann und auch Günzel wächst üppig in unseren Wiesen-Rasen. Mit ihm probierte ich ein Wundkräuteröl nach Timo G. aus. (Link als Referenz, möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken.) Bei mir wurde die Flüssigkeit zwar nicht klar, aber wirksam ist sie dennoch. Einfach ein Glas fest mit Gundermann füllen (mit etwas Druck), zuschrauben, in die Sonne stellen und die Flüssigkeit abseihen.

Weißdorn

Den Weißdorn genieße ich als Tee. Leider viel zu selten. Die Blütezeit bei uns ist zwar prächtig, aber kurz, und in diesem Jahr noch schlimmer, weil erst ewig trocken, dann ewig kalt und sehr regnerisch war. Aber die Blätter sind ebenfalls essbar und für Tee geeignet.

Und das auch noch...

Ist das bei euch auch so? Vom Frühjahr bis in den Herbst gibt es immer frisches Grün vor der Haustür, das man verzehren kann. Aber nach den Wintermonaten fällt mir die Umstellung von der Supermarktnahrung zur frischen Natur schwer. Bis dann der Knoten geplatzt ist.

Vielleicht sollte ich euch, sagen dass ich im Südharz wohne.

Meine "Kräuterbibel" ist das Lexikon der Heilpflanzen aus dem Weltbildverlag von Birgit Frohn. Allerdings habe ich eine kleine Sammlung über Heilpflanzen. Durch meine Tierheilpraktikerausbildung bin ich auf die Phytologie gestoßen und habe sie lieben gelernt.
Der Kanal von Timo G. ist sehr informativ und kurzweilig. Wer lieber Videos schaut, erfährt hier Vieles über Kräuter und Heilpflanzen.




Freitag, 9. Mai 2025

Von der Titelfindung - Missgeschicke

 Mein Gedächtnis spielt mir gerne Streiche. Wenn ich nach einem Titel für ein Buch oder eine Geschichte suche, erinnere ich mich spielend leicht an Dinge, die sonst nur in meinem Unterbewusstsein schlummern. Vorsicht ist also geboten!

Jüngstes Beispiel: Meine Kurzgeschichten über die Hühner.

Mein Arbeitstitel, während ich an den Geschichten schrieb, war "Von Menschen und Hühnern", angelehnt an "Von Menschen und Mäusen". Als das Buch fertig war, suchte ich nach dem richtigen Titel. Aber, wie ich vor kurzem feststellte, verschlimmbesserte ich nur.

Da ich meine Funktion als Tierkommunikatorin gerne als Gespräch von Herz zu Herz beschreibe und das auch mein Slogan auf meiner allerersten Website gewesen war, nannte ich das Buch 'Von Herz zu Herz'. Mir gefiel das zusammen mit der Huhnillustration auf dem Titel sehr gut.

Als ich aber einer Eingebung folgend vor kurzem den Titel googelte, entdeckte ich Handlungsbedarf. Zusätzlich fand ich einen Blogartikel über die Titelfindung.

Ich googelte meine Titel alle einmal durch. Nein, ich hatte nur einmal ein Klischee zu sehr bedient. Aber Klischees verkaufen sich nicht. 


Allerdings konnte ich eine ganze Menge besser machen.

 


So konnte ich von Anfang keinen passenden Titel für meine Geschichtensammlung aus dem Jahre 2019 finden. Ich ging in mich und versuchte das neue Wissen aus dem Blogartikel zu vertiefen. Und dann änderte ich.

Nun ist das bei einem EBook im Shop etwas aufwendiger. Aber bei einem physischen Buch geht es gar nicht.


Nun, meinen Demetrius kann ich - und will ich auch nicht - in Grischka umtaufen, denn bei der Datei handelte es sich um die Originalfassung aus 2005, die ich nicht bearbeiten kann. Und nur das Cover im Shop zu ändern, bringt ja nur Verwirrung.

Etwas lustig ist es mit meinem ersten Kurzgeschichtenband 'Die Hunde von Punta Canda und andere Geschichten'. Sie trägt den Titel einer der Geschichten aus dem Buch.
Der ursprüngliche Titel, der mir immer noch besser gefällt, war "Die Hunde von Punta Cana". Eigentlich entstand Cana als phonetische Angleichung zu Punta aus dem lateinischen Canis für Hund. In der Geschichte geht es um ein Rudel Hunde.

Mein Unterbewusstsein erinnerte sich aber an die Straßenkarte von der Dominikanischen Republik, in der ich Anfang der Neunziger auf Hochzeitsreise gewesen war. Dort gibt es einen Ort Punta Cana. Haha.
Mein Buchtitel verwirrte anfangs die Leser gleich doppelt, denn neben dem Titel fehlte auch eine Illustration oder Bild, was auf Tiere und nicht auf einen Western schließen ließ. Super gemacht, Syelle!
So richtig zufrieden bin ich immer noch nicht, bin aber aufgrund des hohen Aufwands nicht sicher, wie die Lösung aussieht. Habt ihr Anregungen?


Dafür fand ich eine prima Idee für meinen zweiten Kurzgeschichtenband 'Tierische Capriccios - Geschichten aus dem Naturwald'. Immer fiel es mir schwer zu erklären, wie die Geschichten entstanden sind. Alles nahm den Zauber des Buches weg. Jetzt gibt es einen neuen Titel und eine bessere Lösung.



Allerdings stellte ich positiverweise fest, dass meine neueren Bücher das Titelproblem besser meistern. Ich bin also lernfähig. Nur Klischees sollte ich verbannen.

p.s.: Das Problem mit der Titelfindung habe ich beim Tagesgedicht auch. Während der Text so fließt, grüble ich über einen Titel nach - und lieg oft daneben. Ich merke das an den Aufrufen. Puh, da muss ich an mir arbeiten. Mag ich die Gedichte doch meistens am liebsten ohne Titel. Aber das, würde dir, lieber Leser, gar nicht gefallen, stimmt's?


Donnerstag, 24. April 2025

Neues Gefühl: Schreibunlust

 Keine Schreibblockade, sondern mutloser Fokus



Und deshalb nutze ich diese Stunde zur Reflexion. Was ist in den letzten Tagen so alles passiert?


Ziemlich viel. Ich höre es auch von vielen anderen Leuten, dass die Zeit so schnell verfliegt. Und mir geht es auch so. Immer schneller kommen und immer weniger kann ich all den vielen Impulsen so nachgehen, wie ich das möchte.
Andererseits bin ich froh über den Wandel. Es wird Zeit.

1. April - Start vom Wandel

Freudig plante ich meine Geschichte für das Camp NaNoWrimo 2025 und richtete es auch am 1. April ein. Doch passierten zwei Dinge. Mir fiel auf, dass die Plattform irgendwie leblos wirke, und ich hatte nach dem Start keine Lust auf meine Geschichte, was ich ehrlich noch nie hatte.
Dafür entdeckte ich das Projekt NaPoWriMo, woran ich mich beteiligte, bis ich Ostern die Lust sogar auf das Tagesgedicht verlor. Nicht einmal einen Blogartikel wollte ich schreiben. 
Heute schreibe ich mich ein bisschen zurück.

2. Was war passiert? - Ursachen

Das einfachste zuerst: Es gibt kein NaNoWrimo mehr. Das Einloggen funktioniert noch, aber offiziell war das Ende zum 1. April, was kein Scherz war. Natürlich bin ich traurig darüber.

Komplexer sind die Erkenntnisse über NaPoWriMo. Dort wird ausschließlich auf englisch geschrieben, was nur logisch ist. Die ersten Tage war ich zu müde, um auf englisch zu wechseln, dann gelang es mir, dann schrieb ich auf deutsch und lieferte eine Übersetzung. Dann verlor ich die Lust.
Das größte Problem für mich mit chronischem Zeitmangel war die Kommentarfunktion. Der Blog zum Projekt ist großartig und sehr viel Mühe steckt darin. Nun ist der Austausch mit anderen immer willkommen, weshalb mir das Antworten auf Kommentare wichtig ist. Nur leider fand ich sie erst nach einer Woche. Und zwar versteckt in den Mails. Jeden einzelnen. Sonst nirgendwo. Ich habe eine Ewigkeit verbracht, alle zu finden und zu kommentieren, das war frustrierend.
Einige Teilnehmer erinnerten sich an ihre Schulkenntnisse des Deutschen, andere übersetzen mit Google. Ich setzte mich damit auseinander, probierte, meine eigenen Übersetzungen mit Google abzugleichen, und war wieder einmal froh, meine Wörterbücher noch zu haben. Warum?

1. Als Basis ist Google nicht schlecht, aber nicht genau genug.

2. Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und nur eine passt in einen Zusammenhang. Google kann das nicht leisten, ein Wörterbuch schon. Dort kannst du die Fülle an Bedeutungen erfassen und auswählen.

3. Bei einem Gedicht macht oft ein einzelnes Wort einen Unterschied in der Bedeutung. Das bemerkte ich deutlich bei der Google-Übersetzung eines Gedichtes am Monatsanfang ins Englische. Auf  einmal war das subtile weg und alles hatte sich in etwas Harmloses, Bedeutungsloses verändert, weil aus einem neu gewählten Adjektiv eine standardmäßige Phrase geworden war. Aber gerade das macht Gedichte ja aus, die Entdeckung neuer Formulierungen. Das kann Google in Übersetzungen nicht leisten.

 Letztendlich wurde mir der Aufwand zu groß.

3. Frust

Das Tagesgedicht soll immer ehrlich sein. Aber auch wenn es niemals eins zu eins meiner tatsächlichen Gefühlslage entspricht, was mancher annimmt, kann ich in tiefgehender Sorge denn doch nicht von freudiger Hoffnung schreiben, das wäre nicht authentisch. Nun ist es kein Spiel für Feiglinge, älter zu werden und schon gar nicht, einen Hund bis ins hohe Alter bedingungslos zu begleiten.
Da ich mit dem Tagesgedicht ein wenig Freude verbreiten möchte - auch wenn es mal ernst klingt - pausiere ich lieber, wenn es bei mir zu chaotisch wird. 
Und die vielen kleinen und großen Meldungen und Dinge wollten meine Stimmung wirklich in den Abgrund stürzen. Für mich war meine Berufswahl, zu schreiben, eine Herzensangelegenheit. Ich verehre Shakespeare, haderte etwas mit Goethe, liebe Friedrich Schiller. Heute wirklich Autoren, die an Bedeutung verloren haben??? 
Wie gerne ging ich in Buchläden, fand auch manchen Schatz im Supermarkt. Aber was ich jetzt Anfang April fand, machte mich traurig und ließ mich an den schon angeknacksten Bild der Verlagswelt tief zweifeln. Welcher Autor gibt sich für so etwas hin? Und schlimmer noch: Ich darf das Kind nicht einmal beim Namen nennen, denn die Gefahren des Schreibens kenne ich nun auch. Diese Welt ist upside-down.

4. Fazit

Umso wichtiger ist es, Gedankenhygiene so viel und so oft wie möglich den ganzen Tag über zu praktizieren, denn dann sieht man, das Schöne in der Welt. 
Und so raffte ich mich auf, als ich kurz vor depressiven Gedankenmustern stand, wieder in das Licht zu schauen, an mir zu arbeiten und wieder nach vorne zu sehen. Und wenn man das geübt hat, kommt man schnell aus so einem Loch heraus. 
Und schließlich gibt es auch in der Schreiberwelt die andere Seite. Die, die wortgewandt ist, diskutiert, liest und menschenzugewandt ist. Also, welche Autorin möchte ich heute sein?



 

Montag, 13. Januar 2025

Die Bedeutung von Memes anhand eines Beispiels


Politisches Meme: “... und das auch noch.”

  


I Abbildungsverzeichnis



Abb. 1: Meme: “... Und das auch noch.”

Abb. 2: Foto 1, Original für Meme: Traktorprobefahrt mit Ammoniak 

Abb. 3: Foto 2, Original für Meme: Ausritt in Tuvi


II Inhaltsverzeichnis


I Abbildungsverzeichnis

II Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext

3. Beschreibung

4. Interpretation

5. Kontextualisierung

VI Literaturverzeichnis

  1. Einleitung


Memes sind aus dem öffentlichen Diskurs, besonders in den sozialen Medien, nicht mehr wegzudenken. “Sie sind ein integrierter Bestandteil von zeitgenössischer visueller digitaler Kultur.” (Bernhardt 2019,5)

Im Gegensatz zu Bildern, die viral gehen (Virals), sind Memes veränderte Bilder, die verbreitet werden. An Xiao Mina definierte Memes so: “A piece of online media that is shared and remixed over time within a community.” (Mina 2019,6)

Da sie ein Teil der täglichen Kommunikation auf Social Media (vgl. Bernhardt 2023, 5) sind, werden auch und vor allem aktuelle Themen angesprochen.

Das besprochene Meme erschien am 5.1.2024 auf Twitter in einem privaten Kanal. Das Meme steht im zeitlichen Zusammenhang der politischen Ereignisse, was zunächst nicht zwingend notwendig erscheint, betrachtet man nur das Bild. Aber Kontext und Zeitgeschehen spielen eine Rolle.

  1.  Kontext


Der (anscheinend private) Twitter-Kanal “Le Legionar” reagiert mit dem Meme auf ein aktuelles Tagesereignis, das in allen Medien besprochen wurde. Bauern blockierten den Fähranleger in Schlüttsiel, so dass eine ankommende Fähre aus Hallig Hooge, auf der sich der deutsche Wirtschaftsminister Habeck befand, sich entschloss, wieder umzudrehen.

Angekündigt waren Bauernproteste ab dem achten Januar schon um die Weihnachtszeit herum. Jeder sollte in Ruhe Weihnachten feiern können, erklärten Bauernvertreter. Doch diese Blockade fand vor dem 8.1.2024 statt, weil an diesem Tage Minister Habeck seinen Urlaub auf Hallig Hooge beendete und mit der Fähre ans Festland übersetzen wollte. Am selben Tag erscheint das Meme.

Was ist darauf zu sehen? Auf einem asphaltierten Platz vor einem parkähnlichen Hintergrund steht ein Traktor. Als Traktorfahrer wurde Putin in das Bild integriert. Im Kontext zum Tagesgeschehen handelt es sich nicht um irgendeinen beliebigen Traktor, sondern er steht als einer für die vielen Traktoren bei der Blockade. Da die deutsche Regierung immer wieder von “Putins Krieg” spricht, gemeint ist der seit 2023 bestehende Krieg zwischen der Ukraine und Russland, wird das Meme zu einem politischen, wenn als Traktorfahrer Putin hinzugefügt wird. 

In einem Beitrag von Foxell wird über die Bedeutung der Photographien von Putin für seine Wahrnehmung besonders in Russland dargestellt. In diesem Beitrag ist das Originalfoto von Putin abgebildet, das für das Meme verwendet wurde. Das Foto ist aus 2009 und der Zusammenhang ist ein ganz anderer. Dieser Umstand verdeutlicht sehr gut die Funktion von Memes. Sie sind in der Regel am Zeitgeschehen sehr nah dran, bis hin zur Tagesaktualität, sie verändern das Original, sie werden erst durch den Kontext vollständig verständlich.

Der Kontext ist in diesem Fall mehrfach gegeben. Einerseits gab es den ganzen Tag über und darüber hinaus Berichte und Videos mit Traktoren, die die Zufahrt zur Fähre blockierten. Betrachter des Memes werden also beim Anblick eines Traktors am 5.1.2024 diese Nachricht assoziieren. Auch Putin ist spätestens seit dem Ukrainekonflikt medial nahezu täglich präsent. Dem Meme-Betrachter sind also durchaus Assoziationen ohne weiteren Kontext zuzumuten. Wie bei der Plattform X (früher Twitter) üblich, wird das Bild aber durch drei Hashtags, Smileys und einem Satz ergänzt, die das Meme eindeutig in das Geschehen einbinden. Hashtags: Habek, Putinkommt, Bauernproteste. Smileys: drei lachende Gesichter. Text: Das auch noch, dagegen ist das ja mit dem Habek uffm Dampfer weniger als nix. 


  1.  Beschreibung


Der Hintergrund des Memes ist eine ruhige, grüne Gegend in einem Industriegebiet oder Ähnlichem. Der Schluss liegt nahe, denn der Hintergrund ist dem eines Produktfotos mit dem Copyright von Amogy/ Bryan Banducci  sehr ähnlich, wenn nicht in Teilen gleich. Dieses Foto ist das Titelbild eines Artikels von Thomas Göggerle (vgl. Göggerle 2022, 1) für Agrarheute. Das Besondere an diesem John-Deere-Traktor ist, dass er mit Tanks und Schläuchen versehen ist, die den Traktor statt mit Diesel mit Ammoniak antreiben. Göggerle berichtet, dass es sich um ein amerikanisches Start-up Projekt handelt (vgl. ebd.). Es ist also kein Zufall, dass dieser Traktor für das Meme verwendet wurde. Ausschlag für den Bauernprotest ist ja das Aus für den Agrardiesel und die KFZ-Steuerbefreiung für Landwirte. 

Auf dem Meme sieht man sehr deutlich, dass Putin aus einem anderen Bild hinzugefügt wurde. So ist ein Steigbügel zu erkennen, und Putin sitzt nicht im Traktor, sondern quasi “davor”: Das Bein im Steigbügel berührt die Einstiegsstufen des Traktors. Die Hände mit den Zügeln erreichen gerade eben nicht das Lenkrad.

Putin trägt bis zur Wade reichende Wanderstiefel, Outdoor Hosen, eine Kette und eine Sonnenbrille. Sein Oberkörper ist frei. Diese Bekleidung wurde bewusst gewählt. Foxall beschreibt genau, wie das Foto, das zu einer Serie gehört, zustande kam, und welche Hintergründe es gibt. 


  1. Interpretation


Dass Kleidung immer auch eine Aussage des Tragenden ist, selbst wenn die Person sagte, sie wolle mit ihrer Kleidung nichts aussagen, erklärt Joshua Miller in “Fashion and Democratic Relationships” sehr gut. Putin hatte für die Fotos von ihm Fotografen zu seinem Sommerurlaub eingeladen. Hier wurde also bewusst das Setting und auch die Kleidung ausgewählt. Foxalls Titel wurde nicht umsonst “Photographing Vladimir Putin: Masculinity, Nationalism and Visuality in Russian Political Culture” gewählt. Er begründet seine Überschrift sehr gut im folgenden Text. Putins Kleidung während der Fotoaufnahmen im Urlaub in Tuva beschreibt er treffend so: “In most of the photos, Putin wears military-style clothes and boots, his eyes hidden behind reflective sunglasses.” (Foxall 2005, 15) und zieht einen Vergleich zu Indiana Jones (ebd.). Für das Meme wurde nur die Person ohne Hintergrund verwendet.

Der Indiana-Jones-Vergleich ist eine gute Überleitung zur interpretativen Einordnung des Memes. Die maskuline, “Indiana Jones-ähnliche” Kleidung und Umgebung sind das am ehesten passende Äquivalent zum Bauern während der Protestaktion Anfang Januar.

Auch wenn der Hintergrund des ursprünglichen Fotos des John-Deere-Traktors schwieriger hätte verändert werden können, weshalb er belassen worden ist, passt die ruhige, teils grüne Umgebung in gewisser Weise besser zu der Berglandschaft in Tuva, wo Putins Fotos entstanden waren, als eine belebte Innenstatdtstraße. Wie schon erwähnt, liegt es nahe, dass das Testgelände, auf dem die Demonstrationsfahrt des umgebauten Traktors stattfand, auf den Fotos zu sehen ist (vgl. Göggerle 2022,1).


  1. Kontextualisierung

   

Der Traktorfahrer Putin und der Landwirt Hand in Hand? Die Smileys in dem Tweed zeigen mit den lachenden Gesichtern, dass das Foto mit Humor gesehen werden darf. Auch das ist eine Seite von Memes (vgl. Bernhardt 2023, 5). Genauso wie Indiana Jones eine fiktive Filmfigur ist, ist die fotografische Auswahl der Bildmotive und Settings während Putins Urlaub teilweise auch fiktiv, denn natürlich wurden diese Fotos vorher genau besprochen, sie gehören zur gesamten visuellen Darstellung Putins als Politiker, sind aber nur ein Ausschnitt davon. Und natürlich sind bei den Urlaubsbildern die Fotografen nicht objektiv. Putin soll nicht negativ dargestellt werden.

Dennoch spielen die fotografisch dargestellte männliche Kraft und die Kraft der Traktoren im Meme eine Einheit her. Der Bezug des Memes zum Bauernprotest wurde eindeutig hergestellt, einmal durch den Hashtag selbst und durch den Traktor mit dem Ammoniaktank.


Abbildung 1: Meme: “... und das auch noch.”

Abb. 1: https://x.com/LeLegionar/status/1743343711314993606?s=20


Dass für das Meme dieser besondere Traktor mit den Ammoniaktanks gewählt wurde. Ammoniak wurde mit diesem Traktor als Alternative für Diesel getestet, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Dies ist ein Ziel der Regierung. Zieht Putin als Traktorfahrer dieses Modells mit? Andererseits, wo wäre dann der Witz, die Bedeutung des Memes?

Nein, vielmehr kommt das Meme durch die Verwendung gerade dieses Fotos ganz ohne Worte aus. Das politische Thema um Diesel und CO2-Ausstoß wird durch die Tanks und Schläuche deutlich.

Putin ist somit den Bauern als Traktorfahrer gleichzusetzen.

Und diese Traktorfahrer haben an jenem Tag durch ihre große Anzahl im Gegensatz zu dem kleinen Fähranleger gezeigt, wie wichtig ihnen ihr politisches Thema ist. Einsparungen bei den Bauern, wo nichts mehr einzusparen ist. Ein Gespräch mit der Regierung wird gesucht, dessen Vertreter lieber wieder ablegt als zu reden (Am Folgetage verbreiteten sich Augenzeugenvideos vom Ablauf nicht ganz viral). Durch die Ankündigungen nicht überraschend, setzten sich die Proteste bundesweit fort. Andere Berufsstände beteiligten sich. Es zeigt sich, wiederum auch durch die Masse an Traktoren, dass es hier um mehr geht, als “nur” um eine Steuer oder den Agrardiesel. Die Menschen protestieren gegen das Verhalten der Regierung ihnen gegenüber.

Hier zeigt das Meme seine besondere Bedeutung als visuelles Element. Tagesaktuell kann eine eigene politische Meinung oder Stellungnahme zu einem Thema bildlich dargestellt und verbreitet werden. Je nach Reichweite des Kanals und Beliebtheit des Memes verbreitet sich das Meme. Und je nach Reichweite sind seine Einflussmöglichkeiten. Vor allem ist es eine Möglichkeit, sich durch Ironie und Satire über Politiker, aber auch Situationen, lustig zu machen (vgl. Bernhardt 2023, 4). Es ist auf diese Weise möglich, am politischen Diskurs teilzunehmen. 



Abbildung 2: Original für Meme 1:  Traktorfahrt mit Ammoniak

Abb. 2: Screenshot: https://www.agrarheute.com/technik/traktoren/john-deere-traktor-tankt-duenger-keine-emissionen-594426 


Abbildung 3: Original für Meme 2: Ausritt in Tuva

Abb. 3: Putin beim Ausritt in Tuva 2009.

https://images.app.goo.gl/kT6yoBKHixJMHkKL9

VI Literaturverzeichnis



  • Bernhardt, Petra; Liebhart, Karin; Pribersky, Andreas (2019): Visuelle Politik: Perspektiven eines politikwissenschaftlichen Forschungsbereichs. 2019. DOI 10.15203/ozp.2961.vol48iss2

  • Bernhardt, Petra (2023): Political Memes.

  • Foxall, Andrew (2013): Photographing Vladimir Putin: Masculinity, Nationalism and Visuality in Russian Political Culture. Routledge Taylor & Francis Group.

  • Göggerle, Thomas (2022): John Deere-Traktor tankt Dünger - keine Emissionen. agrarheute. 

  • Miller, Joshua I. (2005): Fashion for Democracy. Northeastern Political Science Association 2005.

  • Mina, A. (2019): Memes to movements: How the world's most viral media is changing social protest and power. Beacon Press.

  • Tagesschau (2024): Tagesschau vom 05.01.2024. (Nur ein Ausschnitt der Berichterstattung)

  • https://x.com/LeLegionar/status/1743343711314993606?s=20

  • http://premier.gov.ru/eng/visits/ru/6122/events/4678/photolents.html

  • Zidani, Sulafa (2022): How to Conduct Internet Meme Research. SAGE Publications, Ltd.. https://doi.org/10.4135/9781529609714 

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