Abgeschrieben? Wäre es nicht als ein hier verkürzter Amazon-Kommentar erschienen, den man weder löschen noch kommentieren kann, was für ein Kompliment!!!
Denn natürlich ist nichts abgeschrieben. Meine Manuskripte und der allererste, im Copyshop gebundene Ausdruck belegen das.
Manuskripte - irgendwann geisterte es mir durch den Kopf: Seit dem Computerzeitalter sind handgeschriebene Literaturtexte echt selten geworden.
Der Demetrius aber ist von Hand geschrieben und dann abgetippt. Ich musste mich erst an den fünfhebigen Iambus gewöhnen. Das Zählen geht mechanisch auf dem Papier besser.
Auf die Idee kam ich, als ich in den Gesamtwerken der Schillerdramen las, Stunde um Stunde. Am Ende der beiden Bände standen die zwei verschiedenen Ansätze und alle Materialien zum Demetrius, der ja nie von Schiller beendet wurde.
Ich plante schon sehr früh ein längeres Stück über den Wandel der Sprache in einzelnen Epochen, bis es ganz fertig wurde, dauerte es aber.
Auch der Demetrius brauchte Pausen. Aber zunächst musste ich den geschichtlichen Hintergrund recherchieren. Bei der Suche lernte ich im Antiquariat einen langjährigen Freund kennen und später arbeitete ich eine kurze Weile für ihn im selben Antiquariat.
Obwohl auch meine Gedichte eine Mischung aus Gefühl und Verstand sind, muss man sich beim Drama viel tiefer und vor allen Dingen länger hineindenken, gerade wenn man manche Gefühle als junger Mensch so noch nicht durchlebt hat. Aber gerade der Beginn des zweiten Aktes - und genau deswegen auch meine Lieblingsstelle - zehrt von einer eigenen tiefen Gefühlserfahrung. Diese Verzweiflung der Mutter und ihre nie enden wollende Hoffnung konnte ich genau nachfühlen.
Rieke und ihre Familie gaben mir damals den einzigen Halt, den ich hatte. Als sie und die Hälfte ihrer Familie unerwartet starben, traf mich das bis ins Mark. Ich konnte mich mit Riekes Verschwinden nicht abfinden, suchte jahrelang an den verwegensten Orten nach einer "Wiedergeburt" von ihr - vergeblich. Erst mein zweiter Hund gab mir einen ähnlichen Trost und Halt.
Die kurzen Szenen in Polen sind getragen von den Gefühlen eines Polenurlaubs, in dem ich das Reiten und die original polnische Küche kennenlernte.
Und wer meiner Generation kennt nicht die Sissi-Trilogie mit ihren Teils bombastischen Gefühlen? Wenn man noch jung ist.
Wie schon gesagt, war der Demetrius von Anfang an als Teil des Stückes "Masken" angelegt. Mich interessierte mehr der innere Konflikt als historische Fakten unterzubringen, nur der Hintergrund sollte stimmen. Und diese Auseinandersetzung mit dem klassischen Drama hat mich wirklich ein Stück weitergebracht. Ob ich es wiederholen würde? Wer weiß.



















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