Donnerstag, 23. April 2026

Akrostichon am Montag: Wohlan

 

W elch hübsche Interjektion!
O hne Belang
H ört, hört!
L os geht's!
A h ja, wirklich?
N icht wirklich notwendig


Wie ist es denn nun?

 Was, wenn Frieden wäre?
Was bedeutet er mir, dir?
Was, wenn Menschen
Frieden meiden wollen?
Oder nicht wissen, wie
Frieden finden?
Ist das Wesen des Menschen
Nicht Streben nach Glück?
Das dachte ich immer.
Falsch gedacht?





Mittwoch, 22. April 2026

Montag, 20. April 2026

Blitzableiter

 Im Angesicht des Regens
Regnet mein Herz sich mit ab.
Frische bringen die Tropfen
Nach schwülerstickter Luft;
Pause bringt mir Regenzeit.
Pause vom Umkehrpolsein.
Jetzt fließt langsam ab und
Langsam atm' ich wieder durch.


Foto Pixabay


Samstag, 18. April 2026

Tief

 Tiefe Liebe in mir tief zu spüren - 
Ein Geschenk, das Tag für Tag
Da sein kann, aber auch meiner
Entscheidung bedarf, denn wie
Viel fremde Wut fliegt um,
- Heutzutage -
Die gerne mein offenes Herz
Verstopfen möchte. Aber dann
Fließt meine Liebe nicht mehr.
Also gib Acht auf deinen Raum.





#KurzgeschichtenamFreitag: Albträume zweierlei Art

 Ich war vier Jahre alt, aber wer kann sich schon noch genau an diese frühe Zeit seines Lebens erinnern? Fakt ist, laufen konnte ich schon, Kindergarten gab's damals nicht, und die Grundschule winkte noch aus weiter Ferne.
Bei einem anderen, einprägsamen Ereignis weiß ich genau, dass ich vier Jahre alt war, aber von dem soll heute nicht die Rede sein. Nehmen wir also an, ich war vier.
Zeit meines Lebens träumte ich viel. An diesem späten Abend wachte ich davon auf. Ich stand auf und machte mich auf den Weg, meinen Vater oder meine Mutter zu suchen. Zunächst hörte ich rein gar nichts, woraus sich schließen ließe, in welchem Zimmer sie sich aufhielten. Also begann ich mit der Suche in der Küche.
Ich öffnete verschlafen die Tür und betrat den Raum. Auf dem Küchentisch schien etwas zu liegen, das interessierte mich. Schlaftrunken tappte ich hin. Ich streckte meinen Arm aus, um es berühren zu können. Da rauschte mir etwas über den Kopf. Ich erschrak zu Tode, lief zur Tür zurück, knipste das Licht an. Da lag ein toter Bussard auf dem Küchentisch, dessen Flügel seitlich den Tisch herunterhing. Ich rannte ins Bett zurück, zog die Bettdecke über den Kopf und vergrub mich bis zur Unsichtbarkeit.
Morgens hörte ich fröhliche Stimmen und Klappern von Frühstücksgeschirr aus der Küche. Vorsichtig schlich ich mich zur halboffenen Tür. Alles normal, der Vogel war weg. Ich ging zu meinem Platz.
"Ich fahre nach dem Unterricht noch zum Tierpräparator und bringe den Bussard dorthin. Warte nicht mit dem Essen auf mich," verkündete mein Vater, sich sicher seiend, dass ich nicht wüsste, was ein Tierpräparator sei. Wusste ich auch nicht. Bis dahin.


Foto: Veronika Andrews


Frischluft

 Endlich Frühling! Endlich Licht! Sonne! Na gut, den Pflanzen fehlte Feuchtigkeit. Wo die Sonne schien, regnete es nun mal selten.
Lila packte darum jetzt ihre sieben Sachen zusammen, um in den Garten gehen zu können und flugs ging sie bepackt hinaus. In der Wärme der Nachtmittagssonne stellte sie ihren Klappstuhl auf, setzte die holzige Staffelei ab und bestückte diese mit einer frischen Leinwand und Malutensilien. Bevor sie zu malen begann, schnappte sie sich die gefüllte Gießkanne und goss das frisch bepflanzte Beet. Jetzt konnte es losgehen. Erwartungsvoll mischte Lila die Farbe für den grasgrünen Rasen und die etwas dunkleren Blätter an.
Schnell füllte sich die Leinwand, und rechtzeitig zum Ende der Pause war das erste Bild des Jahres entstanden. 




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