Der Applaus war verklungen; die Leute hatten das Theater verlassen. Yvonne saß jetzt vor ihrem Spiegel mit den Glühbirnen am Rand in ihrer Garderobe und war im Begriff sich abzuschminken. Da blieb ihr Blick an ihrem Spiegelbild hängen.
Ihr lagen noch die immer stiller werdenden Klänge ihres gerade erst verklungenen Duetts in den Ohren, der tosende Applaus nach dem letzten Ton, dem Schließen des Vorhangs und einer Minute absoluter Stille. Der Applaus für Aida, für sie, für ihre Stimme, für ihr Gesicht.
Die Schminke musste endlich ab! Die Maske legte zwar ihren Aida-Look auf, aber Yvonne schminkte sich lieber alleine ab. Denn dann kam unweigerlich dieser Moment, dieser Augenblick, in dem sie sich wieder ganz in Yvonne verwandelte, und das konnte sie selten aushalten.
Sie arbeitete sich langsam von der Stirn, über die Schläfen zu den Wangen und Kinn voran.
"Wo habe ich nur meine Gesichtscreme hin verlegt?" Yvonne kramte in einer Schublade ihres Frisiertisches. Ihre Hand blieb dabei an etwas hängen. Sie zog es heraus und ihr Gesicht verzog sich zu einem traurigen Lächeln. Der Mann auf dem Foto lächelte sie bewundernd an, und sie waren so glücklich gewesen. Sie wendete das Foto. Auf der Rückseite stand: Für dich.
Yvonne sah aus den Augenwinkeln in den Spiegel: Ja, heute kann ich mich einmal gut leiden.
Autorin Syelle Beutnagel
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Dienstag, 3. März 2026
Die Last der Maske
Akrostichen: Schmuddelwetter, schnuckelig, Schlawiner
S chlau
C harmant
H heiter bis lustig
L ustig bis frech
A albern auch manchmal
W itz und Charme gepaart
I nnig verbunden mit Unsinn
N aja, was soll's.
E in Tollpatsch eher nicht
R ichtig listig isser manchmal
S chon auch schön
C hic ist es nicht!
H übsch aber auch nicht wirklich
N aja, ein bisschen vielleicht
U nd eher süß als hübsch
C harmeoffensive
K einer Fliege tu ich was zuleide.
L lieb, süß und harmlos
I ch hab euch alle lieb. Und ihr mich?
G emütlichkeit ist auch ein Wert.
S aukalt und ungemütlich
C haos draußen, innen wohlig
H eimstatt aufsuchen und einkuscheln
M it Kakao und Kerzenlicht erträglich
U nmöglich, spazieren zu gehen
D ein Hund will auch nicht vor die Tür.
D ecke übern Kopf ziehen und abwarten
E inmal muss es auch ein Ende haben.
L ecker Tee trinken und Buch schnappen
W eint der Himmel Erde nass,
E ine Wohltat warm und trocken Heim.
T aut Schnee nur langsam weg,
T ut Fernweh schnell sich auf.
E ndlich doch muss es vergehen!
R ed' doch nicht mehr davon.
Ohne***
Wie weißer Puderzucker
Fein über den Kuchen gesiebt
legt sich manchmal Schmerz
Auf meine Seele nieder,
Nur versüßt er nicht den Anblick,
Er täuscht volle Lebendigkeit vor.
Montag, 2. März 2026
Ja.
Ja, leben,
Wie auch immer du dich heute zeigen magst.
Ja, erkennen,
Immer geht es vorwärts, nicht zurück.
Ja, vertrauen,
Vertrauen und glauben sind oft schwerer als wissen.
Ja, wissen,
Mein Herz kennt den Weg, auch sollte es mal straucheln.
Freitag, 27. Februar 2026
Alle Achtung!
Glitzerfäden durchzogen den ganzen Morgen,
Belegten die nackte Erde mit weißer Kälte.
Sonne weckte, weckte - vergeblich auf.
Aber dort, im freien Sonnenhügellicht,
Da lebt und summt und regt es vor sich hin.
Aufrecht hier blühen erste Blumen des Jahres,
Und hungrig umgarnen Bienen, Hummelvolk
Und allerlei Insekt die herrlichen Blüten.
Donnerstag, 26. Februar 2026
Akrostichen: Reklame, Rotzlöffel, Rühmen
R ein gar nicht mein Ding.
E inlullen lass ich mich nicht.
K aufst du mich?
L andet nicht im Einkaufskorb.
A ch so? Wieso?
M arken formen sich selbst.
E inkaufen ohne Reklame.
O der doch nur ausgebufft?
T otalchaos vorprogrammiert.
Z um Lachen auch manchmal.
L eider nicht so oft, leider.
Ö fter eher ärgerlich.
F ind ich nicht so schlimm.
F indest du nicht so schlimm.
E gal, wir machen's wieder weg.
L ieber 'nen Engel, statt 'nen Bengel!
Ü ber nehme ich für dich.
H eros for ever.
M an, du übertreibst!
E igentlich nicht.
N ie genug.
Seelenfarbe
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| Foto von Mable Amber |
Endlich entlockte der Frühling meinem wintermüden Körper lang ersehnte Bewegungsimpulse. Gestern gab es Wandfarbe im Angebot. Im Herbst hatte ich das Streichen nicht mehr geschafft, aber jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen.
Wie glücklich war ich, dass ich meine Lieblingsfarbe nicht erst anmischen musste. Das Schicksal hatte sie fertig für mich in den Supermarkt gestellt. Ich bereitete alles vor, klebte ab, legte den Fußboden aus, befreite die Wände von Spinnweben. Naja, die Reihenfolge stimmt vielleicht nicht ganz. Und die anderen Utensilien musste ich auch noch vorbereiten, man streicht ja nicht jeden Tag seinen Flur.
Doch dann ging's los. Das etwas grau gewordene Weiß wurde übertüncht. Neue Farbe strahlte Gemütlichkeit aus. Und Lebensfreude. Ein mittelhelles Grün tat der Seele so gut!
Da hörte ich eine Zimmertür sich öffnen. Klappern in der Küche, ein unterdrückter Fluch. Oh je, düstere Vorahnungen beschlichen mich.
"Mareike, bist du das? Hast du gut geschlafen?" Ich biss mir auf die Lippen. Letzte Frage reizte morgenmufflige Teenager nur noch mehr.
Statt einer Antwort hörte ich die Badezimmertür klappen. Ich strich weiter.
"Was ist das denn?" Entsetzen stand in Mareikes Gesicht geschrieben. Vielleicht auch in meinem. Sollte die Nutzung von Kamm und Bürste nicht Ordnung schaffen? Aber vor mir stand ein entrüsteter Teenager - zur Zeit normal - mit Haaren, die in unendlich viele Richtungen frisiert worden waren, mit aufgerissenen Mund und geweiteten Augen.
"Trauerweiden-Grün ist keine Farbe für die Wand. Das weiß doch jeder, Mama. Einfach nur peinlich." Und damit verschwand meine allerliebste Gewitterziege auf die Straße hinaus.
eBook-Katalog von Smoothie Cat Launebücher
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