Samstag, 11. April 2026

(Un)verzagt?

Jahre beutelten mein Herz.
Hier und da tat es einen Sprung,
Manchmal, oder öfter, zog es
Sich ganz in sich zusammen.
Traute sich dann nicht mehr.
Wie ausgebeutelt im Laufe
Der Jahre mein armes Herz.
Doch ich will es wagen,
Jeden Tag aufs Neue.


Foto von Aniket Suryawanshi


Little Memories of nothing

 Du liebe Zeit! Meine erste gab es im Advent, als ich ein frischer Teenager war, am Nachmittag zu Plätzchen. Jetzt bin ich auf Diät und Ernährungsumstellung. Dazwischen liegen etwa 40 Jahre. In diesen Jahren hatten wir heiße Affären miteinander, traurige Phasen und unzählige versuchte Trennungen.
In welchen Höhen wir schwelgten, als ich jung war. Ich ließ mir sogar von einem Chemiestudenten seine Formel ausdrucken. So konnte ich ihn immer bei mir tragen.
Dann kamen die gemütlicheren, genussvolleren Momente dazu. Wir luden Milchschaum, Kakaopulver und Zucker dazu ein. Und einmal tröstete er mich, als ich fremdgegangen war und es bereute. Ich weiß, ein merkwürdiger Seelentröster, aber damals war es so. 
Mit dem Alter kamen Probleme auf. Man vertrug sich nur in Maßen. Aber dann, wenn man unverhofft wieder vollmundig aufeinander traf, war da wieder diese Leidenschaft. Die, die sich irgendwann wieder wegdreht und geht. Wohltemperiert ist auf Dauer besser, geliebte Tasse Kaffee.

  



Foto von pexels

Unverhofft

 Gemütlich saßen wir vier zusammen, plauschten, hörten Musik und rauchten. Kuchen, Kekse und Kakao standen auf dem niedrigen Couchtisch bereit. Susi, Annika, Xenia und ich lümmelten in den Sesseln herum oder tanzten zur Musik. Die Farben des Wohnzimmers waren perfekt mit Kerzen und behängten Deckenstrahlern gedimmt. So hatten wir auch einen perfekten Blick durchs Fenster auf ein sternenbehängtes Himmelsfragment.
"Oh, hab ich vergessen. Die wollte ich euch noch vorführen," sagte Susi, unsere Gastgeberin, und entnahm einer Schublade eine Kleinigkeit, stellte es in ein Väschen und zündete es an.
Im Nu brach in Xenias Gesicht ein Tränenfeuer aus, sie hustete, bis sie beinahe nur noch nach Luft schnappte.
"Was ist?" fragte Susi.
In Luftknappheit begriffen ging Xenia zur Schublade und suchte nach dem Päckchen, aus dem Susi gerade das Räucherstäbchen entnommen hatte. Sie fand es. 
Xenia schluckte beim Anblick noch mehr, riss sich aber für einen Satz zusammen: "Ich ... eine... Sandelholzallergie."
"Scheibenkleister! Ruft sofort den Krankenwagen," rief Susi während sie flugs ihren Kakao über das Räucherstäbchen schüttete.


Foto von Kordanalev


Akrostichen am Montag Buchstabe U


U ngeduldig
N icht mein Ding
W ill ich nicht wirklich
I rrational auch ein bisschen
R eicht jetzt!
S top! Sofort!
C lown gegenüber
H aste jetzt fertig?




Freitag, 10. April 2026

Ja!

 Ich fühle müde meine Seele,
Wenn der Tag sich neigt und
Mehr Stunden des Glücks, 
Der Erfüllung waren als 
Als dunkles Abarbeiten.
Schwer wiegt dennoch
Die unruhige Nacht, wenn
Alte Sorgen mich umtreiben.
Aber morgen dann kommt
Neue Kraft ins Spiel. Gewiss!


Foto von Pixabay


Donnerstag, 9. April 2026

Wunsch

 Heute, heute wird ein guter Tag!
Heute schwindet Schwächer schneller
Weiter, weiter fort von mir!
Heute rücken meine Träume näher,
Heute erhebt sich der Adler in mir.
Heute stehen Wortschlangen bereit
Für's Papier, für Gespräche, 
Für gute Gedanken.



Foto von Pixabay

Shortstorydienstag: Insel

 Sie müsste eine Miniaturform sein. Eine Miniaturform von Madeira. Man bräuchte kein Auto oder Bus, um überall hinzukommen, man bräuchte nur zu wandern.
Kennst du Madeira? Es ist eine wohltemperierte Insel mit unterschiedlichen Landschaften. Blumen gedeihen auf ihr hervorragend. So müsste sie sein, meine Insel.
Ist es nicht auch dir schon einmal vorgekommen, dass du dir wünschst, du wärst eine Insel? Sich abschotten, wenn andere einen zu einer Meinung drängen wollen, wenn einem die anderen mächtig auf den Geist gehen, diese Momente? Dann sich auf eine einsame Insel zurückziehen. Aber wie lange hält man das aus? Nun, ich kenne genug Menschen, die halten das ihr dreiviertel Leben lang aus. Aber ich? Ich weiß es nicht. Bisher brauchte ich meine wohlproportionierte Dosis Mensch. Aber mit zunehmenden Alter liebe ich meine Insel immer mehr.  


Foto Pixabay


eBook-Katalog von Smoothie Cat Launebücher

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