Freitag, 27. Februar 2026

Alle Achtung!

 Glitzerfäden durchzogen den ganzen Morgen,
Belegten die nackte Erde mit weißer Kälte.
Sonne weckte, weckte - vergeblich auf.
Aber dort, im freien Sonnenhügellicht,
Da lebt und summt und regt es vor sich hin.
Aufrecht hier blühen erste Blumen des Jahres,
Und hungrig umgarnen Bienen, Hummelvolk
Und allerlei Insekt die herrlichen Blüten.

 



Donnerstag, 26. Februar 2026

Akrostichen: Reklame, Rotzlöffel, Rühmen




R ein gar nicht mein Ding.
E inlullen lass ich mich nicht.
K aufst du mich?
L andet nicht im Einkaufskorb.
A ch so? Wieso?
M arken formen sich selbst.
E inkaufen ohne Reklame.

R otzfrech.
O der doch nur ausgebufft?
T otalchaos vorprogrammiert.
Z um Lachen auch manchmal.
L eider nicht so oft, leider.
Ö fter eher ärgerlich.
F ind ich nicht so schlimm.
F indest du nicht so schlimm.
E gal, wir machen's wieder weg.
L ieber 'nen Engel, statt 'nen Bengel!

R eichlich überzogen.
Ü ber nehme ich für dich.
H eros for ever.
M an, du übertreibst!
E igentlich nicht.
N ie genug.

Seelenfarbe

 

Foto von Mable Amber

Endlich entlockte der Frühling meinem wintermüden Körper lang ersehnte Bewegungsimpulse. Gestern gab es Wandfarbe im Angebot. Im Herbst hatte ich das Streichen nicht mehr geschafft, aber jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen.
Wie glücklich war ich, dass ich meine Lieblingsfarbe nicht erst anmischen musste. Das Schicksal hatte sie fertig für mich in den Supermarkt gestellt. Ich bereitete alles vor, klebte ab, legte den Fußboden aus, befreite die Wände von Spinnweben. Naja, die Reihenfolge stimmt vielleicht nicht ganz. Und die anderen Utensilien musste ich auch noch vorbereiten, man streicht ja nicht jeden Tag seinen Flur. 
Doch dann ging's los. Das etwas grau gewordene Weiß wurde übertüncht. Neue Farbe strahlte Gemütlichkeit aus. Und Lebensfreude. Ein mittelhelles Grün tat der Seele so gut!
Da hörte ich eine Zimmertür sich öffnen. Klappern in der Küche, ein unterdrückter Fluch. Oh je, düstere Vorahnungen beschlichen mich.
"Mareike, bist du das? Hast du gut geschlafen?" Ich biss mir auf die Lippen. Letzte Frage reizte morgenmufflige Teenager nur noch mehr.
Statt einer Antwort hörte ich die Badezimmertür klappen. Ich strich weiter. 
"Was ist das denn?" Entsetzen stand in Mareikes Gesicht geschrieben. Vielleicht auch in meinem. Sollte die Nutzung von Kamm und Bürste nicht Ordnung schaffen? Aber vor mir stand ein entrüsteter Teenager - zur Zeit normal - mit Haaren, die in unendlich viele Richtungen frisiert worden waren, mit aufgerissenen Mund und geweiteten Augen.
"Trauerweiden-Grün ist keine Farbe für die Wand. Das weiß doch jeder, Mama. Einfach nur peinlich." Und damit verschwand meine allerliebste Gewitterziege auf die Straße hinaus.

 

Wintermüde singen sie

 Eiskalt erwacht nun März.
Morgenrot verschönt den Frost.
Und munter wie im Frühling
Erklingt im Erwachen
Vogelgesang.



Mittwoch, 25. Februar 2026

Zwei Hasen in Dänemark

 Eine Geschichte, die das Leben schrieb.

Echt, schlicht, anrührend.

Foto von Jay Brand

Wie kam es dazu? Und warum wurde daraus ein Kinderbuch?

Nun, da muss ich etwas weiter ausholen. 
In meiner Anfangszeit nach dem Umzug vom Dorf in die Innenstadt fühlte ich mich oft einsam. Durch einen merkwürdigen Zufall traf ich in einer Zoohandlung auf Friederike, einem Zwergkaninchen, und sie begleitete mich nach Hause. Es war eine besondere Verbindung von der ersten Stunde an, und sie war ein außergewöhnliches Wesen. 
Nun war mir trotz meiner jungen Jahre bald klar, dass Zwergkaninchen einen Artgenossen brauchen. Aber jetzt bewusst zu suchen, fiel mir schwer. Doch eines Tages führte mich mein Weg oder Instinkt schnurgerade in eine andere Zoohandlung und vor einen Käfig. Darin saß Max. Nur wurde er mir Unwissenden als Weibchen verkauft. Kaum hoppelte Max zwei Meter auf meinem Fußboden, da kam Friederike auf ihn zu. Und Schwups, saß Max auf ihr drauf. Ihr könnt mir glauben, dass war die anstrengendste Aktivität seines ganzen Lebens. Und natürlich gab es dann Nachwuchs.
Max und 'Mama' verbrachten ihre ganze Zeit miteinander, außer wenn Rieke rumtobte und ihren Auslauf genoss. Max brauchte kaum Auslauf. Aber er war ein sehr geduldiger Papa und wurde später sogar ein wunderbarer Ziehvater für ein Meerschweinchen.
Die beiden hatten sechs Kinder, denn Rieke war diese Mischform, kein reinrassiges Zwergkaninchen. Aber das sechste war dann doch zu schwach und starb bald. Alle anderen wurden prächtige Persönlichkeiten.

Ihr seht, den scheuen Max und die mutige, lebensfrohe Friederike hat es wirklich gegeben.

Dänemark?

Gegenfrage: Wäre ein Küchenfußboden oder ein Gehege mit Fliesenboden irgendwie spannend als einen Hintergrund für eine Geschichte?
Deshalb wählte ich einen realen Ort, an dem auch tatsächlich Wildkaninchen leben; und der liegt tatsächlich in Dänemark. Das einzige Foto im Buch stammt von dort. Ich selbst war dort vor Jahrzehnten im Urlaub.

Hasen?

Ja, ich kenne den biologischen Unterschied. Aber bitte, wie klingt: Zwei Zwergkaninchen in Dänemark oder: Zwei Wildkaninchen in Dänemark? Wer käme da beim Lesen über die dritte Silbe hinaus?
Trotz der wahren Grundlage bleibt es ja eine Geschichte.

Der Text?

Der Text entstand schon Lebzeiten von Max, wann genau, weiß ich nicht mehr. Als ich 2014/15 mit dem Illustrieren anfing, begann ich auch mit Illustrationen zu diesem Text. Leider wählte ich ungünstiges Zeichenmaterial aus, so dass ich deswegen schnell die Lust verlor. 
Was sollte ich nun machen? Einen angefangenen Stil zu ändern, ist kaum eine gute Lösung. Einige Jahre später setzte ich mich dann doch noch einmal daran - und beendete schließlich die Illustrationen.

Nun, sollten noch Text und Bilder wie in einem Bilderbuch kombiniert werden. Wie lange ich daran herumprobierte, und nichts wollte werden. Vor etwa zwei Jahren beschäftigte ich mich etwas intensiver mit Kinderbuchgestaltung. Ich probierte einiges mit Canva aus. Schließlich entstand die jetzige PDF-Fassung.

Cover?

 Zugegeben, wohl das schlechteste Cover im Shop. Und dabei habe ich doch sonst keine Probleme, neu zu gestalten. 
Aber dieses spielt erstens nun wirklich keine große Rolle, und zweitens hat es Geschichte. Bei meiner Suche mit dem richtigen Umgang mit der Geschichte gibt es auch einen uralten Versuch bei Wattpad. Das Cover dafür war zwar auch mit Canva gestaltet, ließ sich aber nicht abspeichern und neu bearbeiten. Nun ist es aber von den Farben und den Schriftarten genauso, wie ich es mir gewünscht habe. Deshalb der Kompromiss. Einen besseren Eindruck bekommt man über die Vorschau im Shop.

Bilderbuch im Internet?

In einem früheren Blogartikel habe ich diese Frage schon einmal gestellt. Zunächst einmal ist die Datei nicht sehr groß und kann deshalb auch ausgedruckt werden. Außerdem ist noch immer in Planung, selbst gedruckte Ausgaben anzubieten. Das dauert aber noch. Auch Canva bietet Druckmöglichkeiten an, da müsste man sich dann aber persönlich austauschen.

 💨💨💨💨💨

Nun möchte ich euch diese Geschichte über "Hasen"liebe und Familie ans Herz legen.


...

Im Wandel

 Ich streife die Schatten der Nacht ab,
Wie ein Kleid,
Das mir nicht mehr stehen will.
Wie die Mode sich stets wandelt,
Wandelt mein Körper, mein Geist sich,
Und ich schäle Morgen für Morgen
Schicht für Schicht mit dem Bad ab.





Dienstag, 24. Februar 2026

Neu

 Da hoppelt mein Herz wieder
Wie zwei Häschen im Frühling.
Sorgen, Schmerz und Angst 
Hinter mir lassend,
Freue ich mich mit ihnen.





Montag, 23. Februar 2026

Seidener Faden

 Was wohl, was wird sein,
Wenn dieser Tag in der Welt sich zeigt?
Die Nacht durchwacht in Schmerz gebadet;
Müde nur gegen Wecker Klingeln;
Angst vor Schlaf, der letzte vielleicht?
Zerbrochen hebe ich das Augenlid;
Und sehe einen neuen Tag.




Samstag, 21. Februar 2026

Clownsfarben

 Schneeweiß deckte Farben zu.
Nach gefühlter Endlosigkeit
Schwelge ich gedanklich
In Orangengelb, Himbeerrot;
Sonnenblumengelb und-braun;
Christrosenweiß und -grün
Entgegen dem Schneeweiß.
Ich wende meinen Blick,
Und Regen schmilzt das Eis.




Freitag, 20. Februar 2026

Der erste Schritt, meine Liebe (2011)

 Liebe Syelle,
da liegst du nun erschrocken auf deinem Bett in der Hütte. Eben dachtest du, dein Ex käme nach Hause. Aber es waren nur zwei Camper, die den Weg an deiner Hütte geräuschvoll entlanggingen.
Müde vom langen Arbeitstag richtest du dich auf, setzt dich auf die Bettkante, nimmst einen Schluck vom Roten (Hat je jemand das Wort 'Weißen' benutzt, denn in Wahrheit vertrage ich keinen Roten?) und fühle meine Sorgen. Noch eine Woche.
Eine Woche, dann geht der Rückflug. Keine neue Campinggruppe, die ich bekochen darf, keine hat sich angemeldet. Ich hatte so gehofft. Zurück in die Jagdsaison. Wenn nicht, wenn, wenn ich doch einen Job, eine Unterkunft bis dahin finden würde... Zwei Koffer und ein Rucksack suchen ein neues Zuhause.
Dieser Traum, mein durch Liebe mutig gewordenes Mädchen (von 39), wird sich nicht erfüllen. Du wirst Sardinien verlassen. Zum Glück! Aber damals warst du verzweifelt. Du wusstest nicht, dass die Talfahrt erst Schwung aufgenommen hatte - und schließlich in eine neue Realität führen würde.
Heute kann ich dir sagen: Das Leben bleibt unvorhersehbar. Und das hat, wie ich mir eingestehen muss, gute Gründe. Hätte ich von diesen dunklen Jahren gewusst, ich wäre nicht den ersten Schritt gegangen. Und heute bin ich so froh darüber. Manche Träume werden wahr. Auch wenn nicht immer ganz so, wie wir sie uns geträumt haben. Aber wunderschön.


Foto von Pixabay



Zusammen

 So leise klingst du in mir,
Klare, süße Stimme der Nacht,
Dann, wenn Traum und Wahrheit
Miteinander verschmelzen
Wie Strahlen des Abendrots
Himmel und Erde zugleich berühren
Und wunderfarben die Erde zieren.





Donnerstag, 19. Februar 2026

Akrostichen zum vergangenen #Postkartenmontag

 Querkopf, quietschfidel, Quacksalberei

Q utsch mit Soße.
U rteile nie zu früh.
E rgebnis unerwartet.
R ohfassung vielleicht?
K opfnuss elterlicherseits
O ptimismus machts einfacher.
P feifenrauchen (in der) ist auch 'ne schöne Beschäftigung.
F lieht vor der Normalität.

Q uasselstrippe.
U unausprechlich glücklich.
I rrational gutgelaunt.
E infach überdimensional gut drauf.
T auch in das Glück hinein.
S ilbersterne und Sonnenschein.
C hemie stimmt mit Alltag überein.
H eute die Sterne vom Himmel holen.
F inde den Unterschied.
I m Sattel durch Wüstensand am Strand reitend.
D as sollte man viel öfter sein.
E igentlich nicht so schwer, oder?
L iebe macht's leichter.

Q uatsch nicht so dummes Zeug.
U nd wenn ich recht habe?
A uch wenn alles dagegen spricht?
C hemisch betrachtet, nicht.
K eine Wissenschaft bestätigt das.
S o eine Sauerei!
A uch wenn's hilft?
L ieber nicht!
B leib beim Alten.
E inen Fortschritt erreichst du so nicht.
R eime dir darauf, was du willst.
E ine Erklärung hätte ich noch.
I ch will nix mehr hören!







Short Short Story: Begegnung

 Es war nur ein unscheinbarer Nebensatz gewesen, der diese Attraktion im Reiseführer erwähnt hatte. Nun, unser Aufenthalt galt eh eher der Erforschung von Kunst, aber jetzt schlenderten wir doch über den Rasenweg entlang eines Entwässerungsgrabens. Das Flussdelta umfasste manchen Quadratmeter und oft gab es lose Pinienwälder in diesem Gebiet. In so einen Wald bogen wir jetzt, auf einem Pfad geführt, ab. 
Es war schlicht aber schön hier. Kein Vergleich zu nordischen Laub- oder Nadelwäldern. Aber er schien, von den Vögeln einmal abgesehen, nicht wirklich bewohnt zu sein. Was für Tiere lebten eigentlich in Pinienwäldern? Und doch fühlte ich mich schon nach einigen Minuten Gehzeit nicht mehr allein mit meinen Begleitern.
Und schon tauchten auch vereinzelte Spuren neben dem Pfad auf. Ob die anderen sie wohl auch gesehen hatten? Egal. Ich horchte in den Wald hinein. Ich spürte Blicke auf meiner Haut. Aber da war niemand. Ein Wunsch kam in mir auf.
Weiter und weiter gingen wir durch die friedliche Landschaft. Meine Gedanken verloren sich. Als sich unerwartet plötzlich der Pfad zu einer schlichten Lichtung hin öffnete. Und dort standen sie, einige Wildpferde des Po Deltas.

  


Vorsorglich

 Ich fühle in Dunkelheit hinein,
Spüre den Raum um mich,
Doch sehen kann ich hier nicht.
Was nutzt mir hier mein reiner Sinn?
Mein Augenlicht mir hier bringt keinen Gewinn.
Doch tast' ich mich einen Schritt, wohin
Ich vorsorglich gesorgt.
Der Augenblick zwischen hell und Fall.
Nur einen Schritt ins Ungewisse
Entscheidet über Kerzenlicht -
Oder nicht.




Mittwoch, 18. Februar 2026

Kleiner Kalauer zum Mittwoch

 Weiß gar nicht: Ist das jetzt echt?
Stimmt das oder habe ich recht?
Reimerei ist Volksbeklau,
Doch das kümmert kein Sau.
Stilvoller Wortklang
Ist manchmal schöner als Gesang.
Webe ich in der Gedichteschmiede,
Befinde ich mich in meiner wahren Liebe.
So sei es!




 

Montag, 16. Februar 2026

Bildschirmzeit

 Länger verweilt mein Blick auf dir,
Bärenkind.
Gast auf meinem Bildschirm
Lädst du mich zum Schauen ein.
Geborgen, lächelnd ruhst du
Umgeben von Narzissen und Krokussen.
Ein Luftzug rührt mich an
Und der frischen Kühle Einhalt gebieten wollend
Wendet sich mein Blick zum Fenster hinaus,
Wo kalter Winter mich zurück in Baumhöhle sehnen lässt.
Wohl ließ Spätherbst mich Endlosigkeit spüren,
Drum lud ich dich, Bärenkind, ein zu bleiben.







Samstag, 14. Februar 2026

Zimt und Muskat

 

Foto von Britta Gade auf Pixabay

Ein kleines Mädchen sitzt im Garten der „Milchbar“ in einem kleinen bayerischen Ort an einem Klapptisch und zappelt mit den Beinen.
„Sitz still. Wieviel willst du?“
Der Löffel mit der Zucker-Zimt-Mischung wandert über den Teller mit Milchreis. Michaela kann nicht still sitzen. Als die ganze Oberfläche des Reis gebräunt vom Zimtstaub ist, sagt sie: „Stopp!“


Foto von Kai Reschke auf Pixabay

 Diese Szene aus Kindertagen fliegt ihr durch den Kopf, als Michaela in ihren kleinen Topf auf dem Gaskocher auf der Terrasse ihres Gartens eine Prise Gewürze in ihn hineinrieseln lässt, während sie mit der anderen Hand im Topf umrührt. Sofort steigt ihr ein süßlicher-nussiger-lebendiger Muntermacherduft in die Nase. Alle Sinne sind geweckt. Freudig entspannt zieht sie sich mit ihrem duftenden Morgenkaffee auf ihre Gartenbank zurück. Mit dem entfleuchenden aromatischen Kaffeeduft fliegen ihre Gedanken mit in die sommerliche Morgenluft.


Chris Clementi, Pixabay





Ölig sind die duftenden Hände von Rashid. Sengend steht die Sonne seit Stunden über ihm. Und doch kann er sie hier unter den riesigen Bäumen nicht sehen. Er spürt die Wärme und die hier herrschende Feuchtigkeit, die er seit seiner Geburt kennt. Seine Nachbarn haben sich dieser schwülen Welt mit ihrem ureigenen Rhythmus angepasst. Rashid allerdings tickt ein wenig munterer, etwas lebendiger und wacher, so scheint es. Und auch jetzt, am späten Nachmittag scheint die Müdigkeit ihn nur langsam zu beschleichen. Mit einem in sich ruhendem Lächeln packt er sein Werkzeug zusammen und nimmt den Korb mit der geernteten Baumrinde auf. Eine Duftwolke erhebt sich mit dem Aufheben des Korbes. Rashid atmet tief ein.


Vugar Ahmadov, Pixabay

*****************

Vor sich hinschaukelnd trudelt das Boot im flachen türkisgrünen Wasser. Es schlingert leicht auf den sanften Wellen dahin und daher, ziellos wie es scheint, doch ist es nur, dass es vor Ort bleibt, gehalten durch einen ankernden Strick.

Niemand scheint dort zu sein. Oder doch? Lugt da nicht ein Zipfel Stoff über der Bordkante hervor? Ein Träumender? Ein Raubender? Ein Liebender? Ein Betrunkener? Vielleicht nur eine Spiegelung vom Sonnenlicht im Meereswasser, das reflektiert.

Ein Hauch von Wind bringt die Wellen zum Kräuseln. Muskatnussduft verfängt sich am Strand, zieht weiter in das Land. Gewürzland. Land von Banda. Berauschend schön und entspannend.


Vor sich hinschaukelnd trudelt das Boot im flachen türkisgrünen Wasser. Es schlingert leicht auf den sanften Wellen dahin und daher, ziellos wie es scheint, doch ist es nur, dass es vor Ort bleibt, gehalten durch einen ankernden Strick.

Niemand scheint dort zu sein. Oder doch? Lugt da nicht ein Zipfel Stoff über der Bordkante hervor? Ein Träumender? Ein Raubender? Ein Liebender? Ein Betrunkener? Vielleicht nur eine Spiegelung vom Sonnenlicht im Meereswasser, das reflektiert.

Ein Hauch von Wind bringt die Wellen zum Kräuseln. Muskatnussduft verfängt sich am Strand, zieht weiter in das Land. Gewürzland. Land von Banda. Berauschend schön und entspannend.





Das Rauschen der Welt

 Während Buchseiten ganz leise knistern,
Berühre ich die Seiten beim Umblättern,
Schlagen mir laut tausend neue Kapitel
Beim Swipen um die Ohren.

Am Ende liege ich entweder verklärt
Oder am Boden zerstört. 




Mittwoch, 11. Februar 2026

Masken im Carnevale

 Sprachwandel ist zur Zeit ein echter Hingucker - 

Aber es gab ihn schon immer.

Und das ist das Thema des Theaterstückes "Masken".


Was man durch Sprache alles ausdrücken kann! Aber auch, wie sehr man nur durch Worte verletzen kann!

Mich faszinierte von jeher alles an Sprache. Ich lernte im Sprachenzentrum der Uni nebenher verschiedene Sprachen, weil mir die verschiedenen Klänge so gefielen - und weil ich im Urlaub wenigstens 'Guten Tag' und 'Danke' sagen können wollte.

Aber natürlich verändert sich die eigene Muttersprache auch im Laufe der Jahrhunderte, und das wollte ich einmal in der "Kürze" eines Theaterstücks vor Augen führen. Man könnte vereinfacht auch von Literaturepochen sprechen, aber mir geht es mehr noch um den stetigen Wandel.

Karneval in Venedig habe ich in den Neunzigern und Nullern mehrmals erlebt, und aus diesen Erfahrungen kommt der Kontext und der Titel - und eigentlich auch die ursprüngliche Idee zu diesem Text.




...

Zwischen den Tagen

 Manchmal hängen meine Worte in Wolken schwer.
Fallen sie dann, erschlagen scheinen sie mich dann...




Sonntag, 8. Februar 2026

Blumengezwitscher

 

Die Liebe zu Pflanzen verstehen meist nur Gartenfreunde.

Oder?


Dieses eBook richtet sich jedenfalls an Pflanzenliebhaber.
Und es ist ein kleines Geschenk an die kleinen Lebensfreuden.

Die Geschichte zu den Gedichten aus dem Garten

Ich stamme von einem Bauernhof, der etwa ein Jahrzehnt vor meiner Geburt als Betrieb stillgelegt wurde, weil mein Vater einen anderen Beruf ergriffen hatten. Teil vom Hof war ein wirklich riesiger Garten.
Als ich mit Anfang zwanzig heiratete, löst mein Ex (ohne grünen Daumen) seinen Kleingarten auf. Darin befanden sich u.a. viele Rosenpflanzen. Also fragte ich, ob wir sie in den Bauerngarten pflanzen durften. Mein Vater erlaubte uns sogar, einen Teich und noch weitere Beete anzulegen. Wie sehr er später diesen Teich liebte!
Mit dem Anlegen und Pflanzen (außer dem Teichloch) war ich beauftragt und freute mich riesig darüber. Ein Tulpenbeet entstand, ein Rosenbeet und hinter dem Teich gab es ein Trockenmauer, die von einem Steingartenhang gestützt wurde.
Wann der exakte Zeitpunkt kam, über diese Aktion Gedichte zu schreiben, weiß ich nicht mehr genau, aber es sollten eine Handvoll Gedichte entstehen und die wollte ich binden und als Familiengeschenke verwenden. Und so entstanden Mitte der Neunziger diese fröhlichen Gartengedichte.
Im Winter 2013 siedelte ich in den Südharz um. Ich begann mit Illustrationen für einige meiner Gedichte. Da fielen mir die Blumengedichte wieder in die Hände, und ich beschloss, auch sie zu illustrieren.
Es dauerte seine Zeit, aber so entstand die Grundlage für dieses eBook. Ganz simpel, um Freude zu verbreiten, Freude, die beim Gärtnern und beim Betrachten von Pflanzen entsteht.



Inhalt

Das eBook besteht aus zwölf Gedichten und dem Vorwort. Jedes Gedicht ist mit einer Illustration aus Wasserfarben versehen. Die Gedichte sind in etwa nach dem Jahresverlauf angeordnet. Der Inhalt ist zeitlos.



...

Samstag, 7. Februar 2026

Vogelfrei

 Doch, ein Traum besteht,
Ein Traum, dass jemand für mich
Die Sorgen übernimmt, 
Das Sorgen manchmal auch.
Doch merkwürdig fühlt sich an,
Würde ein Traum wie dieser
Zur Wahrheit werden. 
Wie ein unfreier Vogel würde
Seine Stimme nach und nach verklingen.





Freitag, 6. Februar 2026

Luftschlange

 Der Esstisch stand schief im Raum. Die Gläser darauf halbvoll oder leer, manche umgeworfen. Essensreste bedeckten den Tisch. Die Teller dazu verteilt, zerbrochen auf dem Boden. Stühle umgeworfen. Ein Tortenklecks an der Wand. Daneben etwas Blut. Hier war sie gegen die Wand geknallt, genau neben dem Fleck Geburtstagstorte. Jetzt lag sie, wie die anderen auch, bewusstlos, wie tot auf dem Fußboden. 
Er griff nach etwas auf dem Tisch, auf dem sich wacker zwei Kerzen erhalten hatten. Er nahm die bunten, aneinandergeklebten Bänder der Luftschlange in die Hand und blies sie auf. Natürlich verfing sie sich in den brennenden Kerzen, und bald brannte es überall. Aber da waren er und sein Schatten schon längst verschwunden.

 

Foto von Freepik

In einer Winternacht

Die Dunkelheit des frühen Morgens
Birgt soviel Potentielles!
Vielleicht ein Geschenk des Winters,
Der dich zwingt, in langer Nacht
Dich zu entscheiden,
Welchen Wolf du fütterst,
Wohin dein Gedanken schweifen.
Wie du diesen neuen Tag gestaltest,
Liegt genau in diesem Moment.
Verwirkliche, was dir Freude macht.

 



Donnerstag, 5. Februar 2026

Drabble: Katze, Pfote, Messer

 Gemütlich schlich sich die grau-getigerte Katze durch die Katzenklappe in den Garten. Sorgsam eine Pfote vor die andere setzend spazierte sie um den kleinen Gartenteich und beobachtete die Fische darin. Die Sonne strahlte am Himmel und beleuchtete die Szene. Sam fand ihren Platz, an dem die Sonnenwärme ihren Pelz streichelte und sie die Fische im Teich beobachten konnte. Die Unruhe im Wasser steigerte sich ständig. Wasser glitzerte in der Bewegung und der Sonne. Sams Blick wurde hypnotisch. Ihre Augen folgten dem Funkeln. Jetzt setzte sie sich auf, schlug Richtung Wasser aus und erwischte dabei das über dem Wasser hängende Messer.


Foto von Pixabay


Ein warmer Sonnenstrahl

 Bitter zieht Kälte des Winters durch das Land.
Schnee und Eis bedecken Landschaft.
Ummantelt dicker Schnee Wurzeln und Strauch,
Wachsen scharfe Waffen an hohen Kanten und Rändern:
Ein Hauch gezielter Februarsonne und
Spitzen Geschossen gleich fallen zertrümmernde
Eiszapfen zu Boden, alles dabei wuchtig treffend.




Dienstag, 3. Februar 2026

Gespenster

 Vollmond hell erleuchtet,
Beleuchtet die Schatten der Nacht.
Geisterhaft steigen Gespenster
Der Vergangenheit auf und
Spuken als wären immer noch sie real. 
Aber wartet, Vollmond geht bald schlafen;
Und euer Spuk ist dann vorbei!




Montag, 2. Februar 2026

Kettenglieder

 Gedanken der Liebe wärmen mein Herz.
Ein fühlendes Herz wärmt ein anderes Herz.
Und wieder erfüllt Liebe ein weiteres Herz.
Und so verbreitet sich ein einziger 
Fühlender Gedanke in der Welt wie
Eine Kette von Ursache und Wirkung.





Sonntag, 1. Februar 2026

Eine Sekunde Heiterkeit

 Frostgewaltig kommst' daher,
Februar.

Frostig erscheint die Welt
Im neuen Jahr.

Winter lädt sich selber ein,
Dauergast.

Und doch, es ist schon abzusehen:
Frühjahr fast.




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