Dienstag, 30. September 2025

Viele, viele bunte S(-chokolinsen)

 "Bleiben Sie auf dem Laufenden. Verpassen Sie nichts mehr."


                Wenn das jeder sagt, verkehrt es sich irgendwann ins Gegenteil. 

Meine Meinung.

 Warum? Eine bunte Mischung ist halt bunt und nicht zielgerichtet.

Becher mit bunten Schokolinsen
Foto von Pixabay


Es geht mir um eine Verkaufsstrategie, die so angepriesen wird, mir als Kundin mittlerweile aber auf die Nerven geht. Geht nur mir das so? Egal, ich habe mich entschieden, darüber meine Gedanken hier zu sortieren.

Keiner mag Kaltakquise mehr. Im B2B-Bereich ist sie unter gewissen Umständen erlaubt aber nicht unbedingt beliebt. Das kommt wohl sehr auf die Umstände und das Geschick des Verkäufers an. 

Im B2C-Bereich, also im Privatbereich, ist Kaltakquise nicht erlaubt, es sei denn, es liegt in irgendeiner Form eine Zustimmung der Privatperson vor, Angebote zu erhalten. Und aus diesem Grunde ist das E-Mail-Marketing entstanden. Websites bieten einen Gratishappen an und bekommen dafür eine E-Mail-Adresse, natürlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Punkten. Online-Shops haben es noch einfacher, jeder Käufer darf weitere Angebote erhalten. Und das macht ja auch Sinn, kann aber genauso gut nach hinten losgehen. 

Vor wenigen Jahren kaufte ich online frisches Obst und Gemüse. Und natürlich war ich über Mails mit Angeboten froh. Einerseits vergisst man so nicht, wieder zu bestellen, andererseits lernt man das Sortiment besser kennen.

Aber dann kam täglich mindestens eine e-Mail herein, manchmal auch mehr, und nach einer Woche wiederholten sich die Angebote. Einerseits logisch, andererseits zu viel. Es kommen ja noch andere Mails herein.

Das ist der große Unterschied zwischen social-media-Posts und Mails. Durch die Mails musst du durch, Posts erreichen dich meist gar nicht.

Nun hat sich das mit den Freebies stark ausgebreitet, und es wird immer schwieriger, die Newsletter, die folgen, wieder abzubestellen.

Nun, es gibt schon mal Dinge und auch Angebote, die mich interessieren. Aber dann denke ich mir: 'Nicht schon wieder ständig einen weiteren Newsletter. Und ich weiß nicht einmal, ob mir die Informationen des Freebies zusagen.' 

Also lasse ich es ganz sein und wende mich auch von der Website ab. Dafür sind Mails nicht erfunden worden, um Dauercontent zu verbreiten. 

Und wie wäre es,  wenn jeder nur höchstens einmal pro Woche einen Newsletter verschicken würde? Also mich würde das viel mehr bei der Stange halten. Und ich müsste nicht alle paar Jahre wieder tabula rasa machen und mit einer komplett frischen E-Mail-Adresse starten, damit die echten Mails nicht unter den Newslettern untergehen.


Herbst

 Nebelspinnenweben ziehen über Erdböden

Wie eine leichte Sommerbettdecke,

Doch erhebt sie sich zusammen mit

Den ersten Sonnenfarbtönen des 

Erwachenden Tages. Noch schweigt 

Der Erdboden im Dunkel des Nachtgraus,

Aber bald schon wärmt Mutter Erde

Die Augen mit ihrem dunklen,

Fruchtbaren Oktoberacker.


Landschaft bei Sonnenaufgang



Samstag, 27. September 2025

Zufrieden

Wohlig ist mir, 

Rolle ich mich ein

In meine innersten Gedanken,

Schlecke meine Seele liebevoll

Wie ein Kätzchen ihren Milchbart,

Summe mir ein Lied vor

Gleich einer Biene der Blume,

Deren Nektar sie trinkt,

Deren Pollen sie sammelt.

Und fröhlich hülle ich mich 

In die Verborgenheit von Kerzenlicht.

Kätzchen mit einem Milchbart



Freitag, 26. September 2025

Kreisläufe

 Ja, müde manchmal weckt der Tag mich auf.

Zu müde mich loszulösen vom Traum von dir.

Müde klagt die bergende Wärme mich an,

Und doch glimmt im Herzen ein Funke

Ersten Sonnenstrahls auf. Neubeginn, neuer Tag.

Ich feiere dich.

Sonnenaufgang in den Bergen



Mittwoch, 24. September 2025

Oh, Schreck!

 Erschrocken zog sich mein Herz zusammen,

Verkroch sich in sein Schneckenhaus

Und wagte sich nicht wieder hinaus

Aber in sich zusammengerollt liegen

Ist auf Dauer unangenehmer, verquerer,

Als sich wieder hinauszuwagen.









Dienstag, 23. September 2025

Kapitel 10 Alternativ? Ja, bitte. | Tierkommunikation

 Tierkommunikation

Mit Tieren und der Welt kommuniziert man mit dem Herzen, mit den Menschen allzu oft leider nur mit dem Mund...

Mit einem offenen Herzen kann man sich mit Tieren genauso unterhalten wie wir es mit unserer Sprache gewohnt sind. Was hat das mit alternativen Therapie zu tun? Ganz einfach.

  • Bei Beschwerden ein Tier direkt befragen zu können, macht die Diagnose doch einfacher.

  • Es gibt eine Methode, um auch bei komplizierter Diagnosefindung Anhaltspunkte zu finden.

  • Tieren hilft es sehr darüber zu sprechen, wenn der Tod nahe ist.

Nachteil: verkopfte Menschen bemerken nicht, wenn ein Mensch-Tier-Gespräch beginnt und plappern gerne dazwischen. Nun bin ich seit meinen Zwanzigern nicht mehr multi-tasking-fähig.

Viele Tiere sind es nicht mehr gewohnt, dass Menschen Tierkommunikation können, lassen sich aber sehr gerne darauf ein und sind erfreut.

Tierkommunikation kann bei der Anamnese und Diagnose helfen. Tierkommunikation an sich ist die Unterhaltung zwischen Mensch und Tier auf Seelenebene.




Montag, 22. September 2025

Kapitel 9: Alternativ? Ja, bitte. Reiki für Tiere

 Reiki

Tiere und Reiki ist eine Erfolgsgeschichte. Sie scheinen einen siebten Sinn dafür zu haben, wer ihnen durch Reiki helfen kann.

Reiki findet nämlich für die Augen unsichtbar statt. Reiki lernt man nicht in einem Kurs, das Wissen wird von erfahreneren Meistern an Schüler weitergegeben. Man lernt nicht nur Anwendungsweisen für Alltag und Praxis, sondern auch ethische Grundsätze dazu. Im Grunde sollte aber jeder, der heilen möchte, diese Grundsätze für selbstverständlich halten.

Reiki ist eine Energie aus dem Äther, die über die Hand übertragen wird. Je nach Grad der eigenen Ausbildung geht es durch direkte Berührung oder über die Ferne.

Durch die Energiezufuhr kommt der Körper in die Lage, sich selbst zu helfen. Tiere können unheimlich gut damit umgehen. Hat eine Tier Bewegungsfreiheit, kommt es von selbst zu einem und “bittet” um Reiki. Oft zeigt es sogar die gewünschte Körperstelle an. Haben sie genug Energie erhalten gehen sie wieder weg.

Das Gute an Reiki ist außerdem, dass man seine Hand immer dabei hat. So konnte ich einem Hund, der in einem Reitstall unglücklich gestolpert war, Erste Hilfe geben.

Ein anderer Hund kam schon beim Betreten des Hofes auf mich zu, drehte sich auf den Rücken und stand wieder auf, als er genug Reiki bekommen hatte. Die Pferde auf einer Koppel standen ein bisschen wie “festgefroren” da, während der Reikigabe. Dann äppelten sie ab. (Diese Wirkung auf die Verdauung hatte ich auch bei unserem aller ersten Durchlauf im Unterricht.)


Samstag, 20. September 2025

Was du willst

 Der Hauch der Veränderung

Wagt sich manchmal vor die Tür.

Ihn hereinzulassen, welch Entscheidung!

Es lockt das Neue,

Vertrautes gibt Geborgenheit.

Aber: Welche Ziele hast du?

Musst du da nicht vorwärts gehen?




Freitag, 19. September 2025

Kapitel 8 alternativ? Ja, bitte: Edelsteintherapie

 Edelsteintherapie

Edelsteine sind nicht nur schön, bei entsprechender Pflege, unterstützen sie die Gesundheit.

Durch die besondere Art ihrer Entstehung haben Edelsteine eine eigene physikalische Struktur. Sie sind in der Lage, im Feinstofflichen ihre Energie abzugeben, negative Umgebungsenergie aufzunehmen und durch Aufladung mit Mondlicht wieder positive Energie abzugeben.

Mit Edelsteinen wird in der Edelsteintherapie die Heilung von Krankheiten unterstützt. Sie kann gut mit Homöopathischen Mitteln oder Bachblüten kombiniert werden, kann aber auch alleine viel bewirken.



Mittwoch, 17. September 2025

Bachblüten | Kapitel 7 Alternativ? Ja, bitte. (unbearbeitet)

 Bachblüten

Im letzten Kapitel über die Homöopathie überschreitet ganz ohne Aufsehen die feine Linie zwischen grobstofflich und feinstofflich. Ab der 23. Potenzierung wird in der Verreibung und Lösung kein Molekül des Ausgangsstoffes mehr gefunden. Wirksam ist das homöopathische Mittel dennoch. Mit einer Potenz ab D200 kann man sogar besser zurückliegende seelische Auslöser für Krankheit behandeln als mit Niedrigpotenzen.

Aus diesem Grunde füge ich hier ein paar Worte über die Bachblüten ein. Edward Bach hatte ein Gespür für Pflanzen, die der Seele gut tun. Er erforschte dieses Gebiet und systematisierte es.

Aus den Blüten der Pflanzen wird in einem besonderen Verfahren ihre Essenz herausgefiltert. Als Tropfen, gelöst in Alkohol oder Essig, helfen sie, Gemütszustände zu verändern.

Anhand eines hilfreichen Fragenkatalogs werden zwei bis drei Bachblüten ausgewählt und dem Tier verabreicht. Nur eine “Bachblüte” enthält mehr als eine Blüte, das ist die Kombination der Notfalltropfen, die man so fertig in der Apotheke bekommen kann. Eine schnelle Hilfe bei stressigen Situationen und Notfällen.




Glühend

 Etwas in mir liegt,

Es liegt und drückt ein wenig.

Etwas in mir schlummert,

Es wartet, dass es dämmert.

Etwas in mir möchte gerne,

Dass aus der verborgenen Glut

Wieder Leidenschaft wird.

Etwas in mir will nicht verglühen.


Ein Lagerfeuer



Dienstag, 16. September 2025

Pferdeverrückt?

 "Hilfe, mein Kind ist pferdeverrückt."


So lautet der Titel einer Broschüre der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V.  und des

Bundesverbands für Pferdesport und Pferdezucht 2020. Es ist ein Ratgeber für Eltern, in dem sie alles nötige erfahren, wenn ihr Kind die Liebe zum Pferd entdeckt hat. Informationen über:

  • das Einstiegsalter
  • Reitschule auswählen
  • die richtige Ausrüstung
  • Ablauf des Reitunterrichts
  • Kosten
  • die elterlichen Unterstützungsmöglichkeiten
Diese sachlichen Informationen wollte ich in eine Geschichte umwandeln. Das ist der Hintergrund von dem eBook "Ellas Traum".

Es ist also eigentlich ein Buch für die ganze Familie, denn der Ratgeber ist für Eltern gedacht, die Hauptperson ist aber Ella, die Tochter, aus deren Sicht erzählt wird.

Das Thema trat in der Vorweihnachtszeit oder Ende November an mich heran, davon ließ ich mich für den Einstieg inspirieren. Dann aber folgte die Geschichte wie gewohnt ihrem eigenen inneren Werdegang.

Und eine zweite Broschüre gab Hinweise: "Neue Wege zum Pferd - Chancen in Schule und Kindergarten", ebenfalls von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Die Geschichte ist zwar als Kinderbuch geschrieben, hat auch ein Großteil, der die Fantasie - eben die Magie der Pferde - beflügelt, beruht aber auf den Informationen der oben genannten Quellen.

Der Umgang mit Pferden und das Reiten sind etwas Besonderes, manchmal weiß man nur einfach nicht wie anfangen.


...

Homöopathie | Teil 6 Alternativ? Ja, bitte.

 Homöopathie

Der große Unterschied zu den Schüßlersalzen ist, dass homöopathische Mittel aus nicht körperähnlichen Stoffen hergestellt werden. Die Substanzen können mineralischen, tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein. Darüber hinaus gibt es drei Prinzipien, die für homöopathische Mittel gelten.

  • Arzneimittelprüfung: An gesunden Menschen wird die Wirkung eines Mittels erfasst.

  • Ähnlichkeitsregel: An kranken Menschen werden alle Symptome abgefragt und mit der Arzneimittelprüfung verglichen, bis das passende gefunden wurde.

  • Potenzierung: Um die Heftigkeit einiger Symptome zu mildern, entstand der Gedanke der Potenzierung

Das Wissen um die Potenzierung entwickelte sich stark darüber hinaus. Die Wirkung von Niedrig-/ Mittelpotenzen (D1 - D12 / D13 - D23) ist bei akuten oder doch eher kurzzeitigen Krankheiten sinnvoll. Je länger der Krankheitsbeginn zurückliegt, desto höher darf man die Potenz ansetzen. Aber Achtung! das ist nur eine Faustregel zum Verständnis. Um die richtige Potenz zu finden bedarf es weit mehr Wissen und Erfahrung.

Kehren wir noch einmal zur Zwiebel aus dem Kapitel über Heilpflanzen zurück. Wenn wir in unserer Küche ein Gericht zubereiten und dabei eine Zwiebel schneiden, haben bei den meisten bestimmt schon einmal die Augen getränt, es können auch ziemlich heftig die Tränen fließen und die Nase schließt sich an. Wenn wir krank sind, wann läuft uns da die Nase? Richtig, beim Schnupfen. Die Zwiebel gibt es auch als homöopathisches Mittel.

In der Homöopathie wird durch Vergleichen der Symptome und Modalitäten mit der Beschreibung einer Arzneimittelprüfung das richtige Mittel gewählt.

Übliche Darreichungsformen sind Globuli, Tabletten oder Tropfen. Das Mittel braucht auch hier, wie bei den Schüßlersalzen, eine Trägersubstanz.



Sturm

 Sturmland erobert Friedland,

Fegt Altverbrauchtes weg.

Falsche Töne fliegen

Mir um die Ohren

Und zerschellen am tiefen,

Wahren Grund meiner Seele.

Wie ein tiefgreifendes Bad fliegt

Erdenstaub zum Himmel

Und ruft nach wahrem Frieden

Auf. Einer Insel gleich,

Verborgen unterm Meeresspiegel,

Weiß noch nicht, ob sie

Erscheinen wird oder nicht.


Eine Insel unter dem Meeresspiegel



Montag, 15. September 2025

Traumatisch

 Unscheinbare Geister

Schlichen sich in meine Träume,

Ein Wildpferd durchschlug die Zeiten.

Zeitgeist entfloh in die Vergangenheit,

Ein Tigerritt durch die Nacht.

Auch am Tage verschwand der Tiger nicht.

Aber milde wusch sanfter Regen ab

Und glättete die Wogen Stück für Stück.

Ein Höllenritt nicht immer ewig dauert,

Aber dein Herzblut muss auch wollen,

Muss stark sein im Heldenritt

Und auf dessen Ende hoffen.





Schüßlersalze | Teil 5, Alternativ? Ja bitte.

 Schüßlersalze

Während meiner Ausbildung tauchte manchmal der Spruch auf: “Die Schüßlersalze sind die kleine Homöopathie.” Das ist aber ein sehr weit hergeholter Vergleich, denn außer dass beide Therapien den Begriff Potenzierung kennen und beide Versuchen, den Körper wieder in einen gesunden Ausgleich zu bringen, ist da nicht wirklich etwas gemeinsam.

Der Ansatz des Dr. Schüßler war ein ganz anderer als der der Homöopathie. Er studierte und untersuchte die Bestandteile des Körpers und fand 12 essentielle Mineralsalze, die im Körper vorkommen. Diese Mineralsalze steuern viele biologische Prozesse im Körper. Entsteht ein Ungleichgewicht oder ist ein Mangel da, entsteht Krankheit.

Diese Mineralsalze sind chemische Verbindungen, wie der Körper nun mal aus unzähligen biochemischen Verbindungen besteht. Schüßler fand diejenigen Verbindungen heraus, die im Körper vorkommen. Verabreicht man einem Kranken diese Verbindungen, können sie im Körper besonders gut verwendet werden, weil der Körper sie kennt. Die Einfachheit der 12 Salze ist dabei wirklich genial. In einem kurzen eBook habe ich das einmal chemisch aufgedröselt.

Nun sollten bei einem Mangel dieser nicht durch pures Hinzufügen der Salze ausgeglichen werden, sondern durch die Potenzierung soll der Körper angeregt werden, sich selbst heilen. Und das funktioniert sehr gut. Aus diesem Grunde gibt es auch nur zwei Potenzierungen bei den Schüßlersalzen: D6 und D12. Diese Niedrigpotenzen arbeiten auf Körperebene und funktionieren akut und als Kur.

Die Salze werden üblicherweise als Tabletten angeboten, da die Salze einen Trägerstoff brauchen. Es gibt aber auch Salben und Streukügelchen.

Schüßlersalze sind also potenzierte Mineralsalze, die den Körper anregen, sich selbst zu heilen.




Samstag, 13. September 2025

Heilpilze | Kapitel 4 Alternativ? Ja, bitte.

 Heilpilze

Nicht ohne Grund folgt gleich im Anschluss des Kapitels über Heilpflanzen das über die Heilpilze. Das Verständnis der Heilpflanzen über den Weg der Küchenkräuter ist gut nachvollziehbar. Und über dieses Verständnis verwirrt einen der Begriff der Heilpilze nicht so leicht. Definitionen ähneln einander, und doch gibt es einige wesentliche Unterschiede.

Heilpilze sind Pilze, die die Gesundheit unterstützen und fördern über die Funktion einer gesunden Ernährung hinaus.

Neben ungenießbaren Pilzen gibt es eine ganze Reihe von Speisepilzen, die man je nach Wohnlage sammeln kann. Sie bereichern den Speiseplan nicht nur geschmacklich, sondern auch durch wertvolle Inhaltsstoffe.

Die meisten Pilze werden aber in Pilzfabriken angebaut. Auch privat ist das im kleinen Rahmen möglich, man denk nur an den Champignon. Heilpilze werden - im Gegensatz zu vielen Heilpflanzen, die im Garten, Wald oder Wiese wachsen - werden Heilpilze biologisch angebaut, zu Pulvern verarbeitet, und diese werden dann als Kapseln angeboten.

Dieses Vorgehen hat mehrere Gründe.

  • Während bei Heilpflanzen unterschiedliche Pflanzenteile je nach Pflanze verwendet werden, wird bei Pilzen immer der gesamte Pilz verwendet.

  • Im Gegensatz zu Heilpflanzen dauert die Therapie immer mehrere Wochen. Heilpilze kommen in der Natur bei weitem nicht so ausreichend dafür vor.

  • Die Anzahl der Heilpilze ist überschaubar. Um die zehn Arten gehören dazu. Davon kommen einige ursprünglich aus Asien.

Pilze bestehen aus einem sichtbaren und nicht-sichtbaren Teil. Entweder befindet sich dieser unterirdisch oder mit einem Baum verbunden. Daraus ergibt sich eine besondere Art und Weise, wie sie bei Krankheiten unterstützen können.

Vor einigen Jahren war einmal nach einem Sturm ein Stück Baumrinde mit einem Pilz daran auf meinen Spazierweg gefallen. Man konnte die Verbindung zwischen Baum und Pilz gut erkennen. Ich fotografierte das und beschrieb es genau. Diese Fotostrecke und deren Auswertung folgt einem theoretischen Teil, in dem ich auf Speisepilz und Heilpilze näher eingehe, ist Hauptbestandteil meines Buches über Heilpilze, das zuerst als Vortrag auf Naturheilkundetagen diente.



Umschwung

 Müde schleicht sich

Die Kühle des Herbstes

In Glieder, Geist und Gemüt.

Schwer fällt Abschied von

Warmen Sommermomenten.

Und doch birgt traute Halbdunkelheit

Ein Geheimnis magischer Momente.


Ein Panther in der Nacht


Freitag, 12. September 2025

Vitamine

Pak Choi, Honigmelone und Tomaten
Foto von Cup of Couple

 

Vitamine sind Stoffe, die der Körper für seinen Stoffwechsel braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Überwiegend nimmt er Vitamine mit der Nahrung zu sich.

Außer dem Vitamin D, das durch das Sonnenlicht über die Haut aufgenommen und biochemisch umgewandelt wird.

Das D am Ende des Namens sagt schon aus, dass die einzelnen Vitamine nach Alphabet-Buchstaben benannt sind. Aber es gibt deutlich weniger Vitamine als Buchstaben im Alphabet.

Gerade die Benennung der Vitamine ist nicht so einfach zu durchschauen. Erstens, weil jedes Vitamin zwei Namen hat, und je nachdem der eine bekannter ist als der andere. Zweitens, weil es Lücken in der Buchstabenreihe gibt und Buchstaben, die zusätzlich durchgezählt werden.

Dieses System ist den Ergebnissen der Forschungen durch mehrere Jahrzehnte entstanden. Was man vorher als Vitamin benannte, war dann doch ein anderer Stoff, oder es war nur etwas verschieden von einem bekannten Vitamin, so dass sie zusammen gehörten und eine Gruppe bildeten. Die einzelnen Vitamine einer solchen Gruppe wurden durchgezählt.

Gemüsepyramide "erdrückt" Menschlein, humorvoll
Foto von Gravity Cut


Die Hintergründe, die hier genannten wurden, muss man sich aber nicht merken. Es reichen zwei Tabellen, um den Überblick zu haben. 

  1. Eine Tabelle, die beide Namen enthält.
  2. Eine Tabelle, die die größte Gruppe mit beiden Namen enthält.

Punkt 2 bezieht sich auf die Gruppe der B-Vitamine, die umfangreich ist.

Möchte man jetzt wissen, welche Vitamine im Lebensmittel enthalten sind, braucht man kurze Merkmale, woran man das erkennen kann. Das kann durch folgende Punkte erreicht werden:

  • Nahrungsmittelbeispiele, die das Vitamin enthalten.
  • Ein symbolisches Bild, das leicht zu merken ist.
  • Eine Kurzbeschreibung aller Merkmale des Vitamins.
grünes Gemüse
Foto von Vanessa Loring


Somit hat man in wenigen Stichworten ein Handwerkszeug, um seine Lebensmittel besser einschätzen zu können, was den Vitamingehalt angeht.


...

Heilpflanzen: Alternativ? Ja, bitte. Kapitel 3

Heilpflanzen

Es gibt Blumen, Gras, Bäume, Gemüsepflanzen, Kräuter und so weiter und so fort, das Pflanzenreich ist groß.

Heilpflanzen sind Pflanzen, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken, und zwar über die reine, gesunde Ernährung hinaus.

Das fängt schon ganz einfach bei vielen Küchenkräutern an. Eine ganze Reihe von ihnen unterstützen die Verdauung. Sie machen Speisen bekömmlicher.

Auch Tees wie Kamillen- oder Pfefferminztee kommen in vielen Haushalten vor. Auch die Kamille und die Pfefferminze gehören zu den Heilpflanzen.

Ebenfalls viel Verwendung in der Küche findet die Zwiebel. Aber hier wird es schon komplexer. Die Zwiebel schmeckt nicht nur gut, sie kann auch gezielt zur Unterstützung bei Erkältungen und auch Ohrenschmerzen eingesetzt werde. Man denke nur an die Zwiebelsäckchen.

Heilpflanzen sind nicht immer nur essbar, sie können anders verwendet werden. Salben und Tinkturen helfen bei der äußeren Anwendung. Eine Ringelblumensalbe ist vielfältig einsetzbar und hochwirksam.

Und so ist das Wissen über Heilpflanzen ein wertvoller Schatz, der immer wertvoller wird, je mehr man über eine Pflanze kennenlernt. Üben, ausprobieren, nachschlagen und lernen gehören dazu, aber vor allem das Beobachten, was da draußen so alles wächst.

Ein Buch ist wie eine Insel im Ozean der Gedanken.


 

Gedichtformen und Versmaße - Liste und Beispiele

 In meinem Blogbeitrag über Gedichtinterpretation wurde sie benannt und als notwendig zur Interpretation erachtet: die GEDICHTFORM. Aber welche gibt es denn?


In diesem Blogartikel werde ich sie vorstellen. Form für Form werde ich anfangen, und erst, wenn ich meine, die Liste ist fertig, streiche ich diesen Satz. Bis dahin ergänze ich diesen Artikel immer wieder. Los geht's!😍

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Alexandriner

Der Alexandriner ist ein Versmaß, das ursprünglich aus Frankreich stammt, aber auch in Deutschland epochal gerne verwendet wurde. Aus diesem Grund gibt es zwei ähnliche Definitionen.
In Frankreich besteht der Vers aus zwölf Silben mit einer Zäsur nach der sechsten, also in der Mitte.
In Deutschland besteht der Vers aus sechs Iamben mit der Zäsur nach der dritten Hebung.
Ausschlaggebend ist die Zäsur in der Versmitte, die natürlich inhaltlich interessante Möglichkeiten bietet.

Beispiel (Andreas Gryphius):

Es ist alles eitel (1. Strophe)

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo jetzt noch Städte stehen, wird eine Wiese sein.
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

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Ballade 

Gedicht, das eine Geschichte erzählt. Meistens in mehreren Strophen, die ein Reimschema haben können, aber nicht müssen.

Zwei Beispiele:

Von Katzen von Theodor Storm         und                 Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe 

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Ode

Die Ode ist eine Gedichtform aus dem antiken Griechenland. Sie besteht aus vier Zeilen, bei der jede Zeile durch eine Abfolge von Versfüßen genau festgelegt ist. 

Die Ode eignet sich gut als Strophenform.

Es gibt drei antike Odenformen, deren Versbau sich leicht unterscheiden: sapphisch, alkäisch, asklepiadeisch.

Beispiel (sapphische Ode):

Amors Pfeile treffen gefährlich schmerzlich.
Sie berührten mich, als ich erstmals dich sah.
Es entgleiten mir die Gefühle, schwinden
Mir die Sinne - 

Aber Aphrodite vermindert Schmerzen,
Säumet nicht, Liebesverglühen träglich
Zu verwandeln, trennet die Fäden in
Ewige Sterne.

(aus: Beutnagel, Syelle: Kastors Rosen, 2005, S. 35)

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Stanze

Eine Stanze besteht aus acht Zeilen, die dem Reimschema abababcc. Das Versmaß ist der fünfhebige Iambus. Die Stanze kann als Strophenform verwendet werden.


Beispiel:


Dämmerung, ursprünglich: Stanze vom Teide
Um jene Kuppe kam ich grad gebogen,
Da meine Augen glühten auf im Licht:
Der Abend war so friedlich aufgezogen.
Die Wolken über'm Tal, man sah es nicht,
Ein feiner Schleier um den Wald gewoben,
Darüber aber nur noch weite Sicht,
Als strahle hier die Liebe in die Welt
Grad wie die Abendsonne übers Feld.

(aus: ebd., S. 58)

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Akrostichon

Ein Akrostichon ist mehr ein Wortspiel als Lyrik. Ein Thema in einem Wort. Dieses Wort wird links Buchstabe für Buchstabe untereinandergeschrieben. Jeder Buchstabe wird so zu einem Versanfang. Jeder Vers beginnt mit einem Wort oder Satz passend zum Thema und mit dem Anfangsbuchstaben beginnend.

Beispiel:


Leidenschaft
Idealistisch
Erotisch
Beiderseits
Einheit

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Clerihew

Diese Gedichtform ist tatsächlich nach seinem Erfinder benannt worden. Der britische Schriftsteller Edmund Clerihew Bentley lebte von 1875 bis 1956. Der Inhalt ist lustig. In der erste Zeile wird eine (historische) Persönlichkeit genannt, über die dann in den folgenden Zeilen eine schrullige, nicht böswillige Seite erzählt wird.

Es handelt sich um einen Vierzeiler mit zwei Reimpaaren: aa bb .

Beispiel von Edmund Clerihaw Bentley):

The people of Spain think Cervantes
Equal to half-a-dozen Dantes;
An opinion resented most bitterly
By the people of Italy.

 Edmund Clerihaw Bentley veröffentlichte seine erste Verssammlung 1905 unter dem Titel „Biographie für Anfänger“. Ein humorvoller Name für eine Sammlung von Kurzgedichten. Schon bald nach der Veröffentlichung der "Biographie für Anfänger"  wurde der Name „Clerihew“ für seine erfundene Gedichtform übernommen.

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Dezime

Die Dezime ist eine Strophenform. Ihre Ursprünge liegen in Spanien. 
Eine Dezime besteht aus zehn Versen. Jeder Vers besteht aus acht Silben. Das Reimschema lautet: 
abbaa ccddc

Beispiel (A. W. Schlegel):

Zwei Weisen. Von Frau B*

Blumen, ihr seid stille Zeichen,
Die aus grünem Boden sprießen,
Düfte in die Lüfte gießen,
So das Herz zur Lieb' erweichen.
Dennoch mögt ihr nicht erreichen
So das Herz, den Schmerz versöhnen,
Enden alles Leid und Stöhnen,
Daß ihr könntet als Gedanken
In den grünen Blättern schwanken:
Liebe denkt in süßen Tönen.

Das ist nur die erste Dezime/ Strophe des Gedichts. Uhland fasst alle vier letzten Verse einer jeden Dezime des Gedichts zu einer Eingangsstrophe seiner Glosse (siehe weiter unten) zusammen. In den folgenden vier Strophen seiner Glosse werden die vier Verse wieder zu Endversen seiner Strophen / Dezimen.

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Distichon

Das Distichon ist ein Zweizeiler, dessen Form in der Antike entstanden ist.

Die erste Zeile besteht aus einem Hexameter, die zweite Zeile aus einem Pentameter.

Ein Hexameter ist ein sechshebiges Versmaß, das aus fünf Daktylen und einem "halben" besteht, der immer unbetont endet. Ein Daktylus kann dabei durch zwei lange Silben ersetzt werden, also statt lang, kurz kurz - lang, lang. Theoretisch ist das für alle fünf Daktylen möglich, macht aber sprachlich und rhythmisch eher selten Sinn. 

´- ~ ~ ´- - ´- ~ ~ ´- ~ ~ ´- - ´- ~

Will man beim laut Lesen der Betonung und nicht dem Inhalt folgen, ergibt sich ein Walzerrhythmus: Eins, zwei, drei. Eins, zwei, drei. ...      

Der Pentameter ist dem Hexameter ganz ähnlich. Nur ist bei ihm die Zäsur in der Versmitte vorgegeben, der Hexameter handhabt seine zwei möglichen Zäsuren freier. Außerdem endet der Pentameter immer betont und zwar mit dem sechsten Fuß (eines Daktylus). Die Zäsur befindet sich beim dritten Versfuß, der aus nur der ersten, betonten Silbe besteht. Der vierte Versfuß folgt sogleich.

 ´-~ ~ ´- ~ ~ ´- ´- ~ ~ ´- ~ ~ ´-  

Ein Distichon kann als Einzelgedicht, zum Beispiel als Epigramm stehen, oder als Versmaß für längere Gedichte, wie zum Beispiel eine Elegie, verwendet werden.

Beispiel (Friedrich Schiller):

Das Distichon

Ím Hexámeter stéigt des Spríngquells sílberne S´äule,
Ím Pentámeter dráuf | f´ällt sie melódisch heráb.

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Drápa

Ein Drápa ist ein nordisches Heldengedicht oder auch Lobgesang. Typischerweise wird der Drottkvætt als Versmaß verwendet. Gabei handelt es sich um ein sehr streng festelegtes Versmaß, das mehr einem Strophenaufbau als einem Versmaß gleicht.
Typisch sind Stäbe = Alliterationen, Binnenreime und Kenningar = festgelegte Metaphern der nordischen Sprache.
Das Drápa gehört zur Skaldendichtung, ist also fester Bestandteil der altnordischen Dichtung. Dràpur wurden bis in die frühchristliche Zeit hinein verwendet, aber seltener aufgeschrieben. Ihre Wirkung reicht bis heute in die nordische Lyrik hinein, verwendet werden Dràpur in ihrer ursprünglich festgelegten Form nicht mehr.
Da der Aufbau streng an die Sprache gebunden ist, die heute aber keiner mehr spricht (genauso wie das Althochdeutsch), gebe ich hier kein Beispiel, verweise aber auf Wikipedia, wo ein Beispiel im Eintrag zu finden ist.

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Elegie

Eine Elegie ist ein Gedicht mit traurigem Inhalt. Ihre Form entstand in der Antike, wo sie immer im Versmaß des Distichon geschrieben wurde.

Beispiel (Friedrich Schiller):

Der Spaziergang



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Elfchen

In der Gedichtform des Elfchens ist die Wortanzahl pro Vers genau festgelegt. Das ganze Gedicht besteht aus elf Wörtern. 

1. Vers ist das Thema./ 1Wort
2. Vers Beschreibung des Themas. / 2 Worte
3. Vers ist eine Handlung. / 3 Worte
4. Vers dein Gefühl dazu. / 4 Worte
5. Schlusswort. /1 Wort

Beispiel

Pizza.
Belegter Teigboden.
Knusprig überbackener Belag.
Zergeht auf der Zunge.
Lecker!

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Epigramm

Ursprünglich war ein Epigramm lediglich eine Inschrift oder eine Beschriftung. Dementsprechend war sie immer kurz. Später änderte sich ihr Inhalt und damit festigte sich auch ihre Form. Ein Epigramm besteht aus (i.n.R.) einem Distichon. Die beiden Zeilen haben einen entgegengesetzen Inhalt. Das Thema ist entweder Spott oder es handelt sich um ein Sinngedicht.

Beispiel (Friedrich Schiller):

Das Ehrwürdige


Ehret ihr immer das Ganze, ich kann nur Einzelne achten,
Immer in Einzelnen nur hab ich das Ganze erblickt.

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Ghasel

Ein lyrische Gedichtform, die aus Persien und benachbarten Ländern stammt. Dort hat sie eine uralte Tradition. Thema ist in der Regel die sinnliche oder spirituelle Liebe. Im 19. Jahrhundert wuchs das Interesse an Persien in Europa, und so wurde das Ghasel auch in Deutschland bekannt. Aber erst hier erhielt es seine strenge Form für sowohl Versmaß als auch Reimschema.

Ein Ghasel setzt sich zunächst aus aus zwei Halbversen zusammen, die sich reimen. Eine Sonderform ist, dass diese zwei Halbverse schon auf dasselbe Wort enden.

Nicht notwendig aber häufig angewendet ist, dass nun weitere Halbverse folgen. Beliebt sind sieben solcher Halbverse. Dabei nimmt jeder zweite Teil des Halbverses des Reim oder das letzte Wort des allerersten zweiten Teils des Halbverses auf.

aa ba ca da ea fa ga

a = Wort oder Reim

b, c, d, e, f, g sind eigentlich keine Reime = x, sie veranschaulichen die Anzahl sieben als Durchschnittsanzahl

Beispiel (Renate Golpon):

Der Rose Bitte

Die Rose sprach: Ich bin 'ne Knospe noch.
Pflückst du zu früh mich, dann verwelk ich doch!

Lass eine Weile mich am Stengel sein.
Mit meinem Busch füll ich im Beet ein Loch.

Wenn ich beim Aufblühn bin, dann pflück mich sacht.
Ich nehm in Kauf dann auch das Vasenjoch!

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Glosse

Da musste ich jetzt ganz schön weit zurückdenken. Bei dem Worte 'Glosse' denkt man üblicherweise zuerst an die journalistische Textart. In der spanische Literatur gibt es aber auch die Glosse oder Glosa.
Sie besteht aus einer vierzeiligen Eingangsstrophe, die das Thema vorgibt. Es folgen vier Strophen, die aus Dezimen besteht. Jede Dezime endet mit der entsprechenden Zeile der Eingangsstrophe. Zur Strophenform der Dezime siehe oben.

Beispiel (Ludwig Uhland):

Süße Liebe denkt in Tönen

...

Mit der Eingangsstrophe bezieht sich Uhland auf eine Glosse von A. W. Schlegel: Zwei Weisen: Liebe denkt in süßen Tönen. Dieser Vorgehensweise - oder auch die wörtliche Übernahme - in der Eingangsstrophe ist für die Glosse üblich. 

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Haiku

Das Haiku entstammt der japanischen Tradition, blühte aber vor einigen Jahrzehnten auch in Deutschland auf (ähnlich dem Tanka, siehe unten). 
Das Haiku ist ein Kurzgedicht, das aus drei Zeilen besteht, dessen Zeilen aus einer festgelegten Silbenzahl besteht:

5 Silben
7 Silben
5 Silben

Die Kürze des Gedichts - ein Haiku besteht niemals aus mehreren Strophen - zwingt zur Komprimierung des Gedankens. Ein Vergleich zu den Grundzügen der japanischen Tuschmalerei kommt mir immer in den Sinn. 

Beispiel (Udo Wenzel):

Sonnenuntergang
Die leuchtenden Gesichter
verblassen wieder.

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Senryu

Das Senryu ist mit dem Haiku verwandt. Die Struktur - 3 Zeile, 5/7/5 Silben - ist gleich, aber nicht ganz so starr. Im Inhalt liegt der große Unterschied: Während das Haiku naturbezogen, erhaben ist, ist das Senryu heiter, ironisch, satirisch, dem Menschen zugewandt.
Die Gedichtform ist nach dem japnischen Dichter Karai Senryu benannt.
Schon durch die Unterschiede der japanischen Sprache mit der deutschen ergeben sich Unterschiede in der Art der Silbenzählung. Während aber das Haiku in Deutschland populär wurde, blieb das Senryu eher unbekannt.

Beispiel (Sandra Martyres):

Gold fish swim around
the glass fish tank peacefully
teasing greedy cats

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Tanka

Das Tanka ist eine sehr alte japanische Gedichtform. Aus dem Tanka entwickelte sich das Haiku. Das  Tanka besteht aus fünf Zeilen, deren Silbenzahl festgelegt sind. Ein Tanka teilt sich in zwei Teile auf, die man auch Oberstollen (die ersten drei Zeilen) und Unterstollen (die letzten zwei Zeilen) nennt. Sowohl beim Tanka als auch beim Haiku gibt es keine Reime. Die Themen sind gleich und spielen immer in der Gegenwart.

5 Silben
7 Silben
5 Silben
__________
7 Silben
7 Silben

Beispiel (Marget Buerschaper):

Blätter und Knüppel
unterm Kastanienbaum
am frühen Mittag:
Kinder warten nicht gerne,
bis der Herbst die Früchte fällt.

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Hymne 

Als Ursprung der Hymne kann man tatsächlich den großen Sonnenhymnus des Echnaton an Aton bezeichnen. Ansonsten ist eine Hymne ein Lobgesang auf Götter oder Heroen in der griechischen Antike, in der römische Antike können auch Lobpreise auf Gewinner in Wettkämpfen.
Die Form der Hymne ist frei, wobei in der griechischen Antike der Hexameter gerne bevorzugt wurde.

Beispiel (Echnaton):

Schön erhebst du dich
Am Horizonte des Himmels,
Lebender Aton,
Mit dem alles Leben beginnt.
Bei deinem Aufgang im Osten erfüllst jedes Land du
Mit Schönheit.
Fürwahr: Gütig bist du und groß,
Hochstrahlend ob allem Land.
Deine Strahlen umarmen die Erde
Bis zum Rand der Schöpfung.
Denn du bist Re.
     .......
(Auszug)
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Lied

Ein Lied ist eine Gedichtform in Strophen. Die Struktur des Liedes eignet sich oft gut zur Vertonung, das muss aber nicht sein.
Ein Lied besteht aus kurzen Versen. Das Versmaß ist häufig der drei- oder vierhebige Iambus, kann aber auch der Trochäus sein. In Friedrich Schillers Lied von der Glocke wechseln sie sich von Strophe zu Strophe ab.
Das Lied ist immer gereimt, allerdings gibt es keine feste Vorgabe bezüglich Reimschema oder Strophenlänge. Beliebt ist eine vierzeilige Strophe mit Kreuzreim. Dieser Lieder lassen sich besonders gut vertonen. Bei Schillers Lied von der Glocke aber bestehen die trochäischen Strophen aus acht Versen mit dem Reimschema ababccdd. Die iambischen Strophen variieren in ihrer Länge.
Als Beispiel soll ein Gedicht dienen, dass dann vertont wurde und inzwischen ein Volkslied geworden ist.

Beispiel (Matthias Claudius):

Abendlied

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
Der weisse Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

(Zwei von sieben Strophen. Übrigens mein Lieblingslied. Ich habe es oft meinen Zwergkaninchen zur guten Nacht vorgesungen.)

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Limerick

Das Limerick ist eine scherzhafte Gedichtform mit einer grundlegend festgelegten Struktur, die aber leicht abgewandelt werden darf. 
Ein Limerick besteht aus einer Strophe mit fünf Versen. Das Versmaß ist der Anapest (~~´-). Das Reimschema lautet: aabba.

1. dreihebiger Anapest    a
2. dreihebiger Anapest    a
3. zweihebiger Anapest   b
4. zweihebiger Anapest   b
5. dreihebiger Anapest     a  Vers mit einer Pointe

Eine Variante ist, die Kürzen eines Anapest in eine Länge zu verwandeln, ähnlich dem Daktylus beim Hexameter. Auch kann die Anfangssilbe in den Versen fehlen.

Beispiel (aus der Zeitung 'The Pearl' (1879 - 1880:

There was a young monk from Siberia
Whose morals were very inferior.
    He did to a nun
    What he shouldn’t have done
And now she’s a Mother Superior.

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Madrigal

Das Madrigal stammt aus Italien und entsprang der Schäferdichtung. Erste schriftliche Madrigale gehen auf Petrarca zurück. 
Ein Madrigal besteht aus zwei oder drei Terzinen und zwei Abschlussversen. Das Reimschema ist dementsprechend: aba bcb dd.
Dieser Aufbau ist nicht so festgelegt wie zum Beispiel beim Sonett. Torquato Tasso zum Beispiel schuf Madrigale mit 12 Versen und folgendem Reimschema: ababcddceeff.
Giovanni Pascolo schrieb dagegen Madrigale in Strophenform: aba cbc de de. 
In Deutschland wird das Madrigal noch freier gehandhabt. Es gibt ebenfalls kein festgelegtes Metrum, aber auch kein festgelegtes Reimschema; auch die Struktur der Terzinen ist nicht notwendig. Es kann so gar reimfreie Verse geben. Diese Entwicklung mag damit zusammenhängen, dass Madrigal oft als eine Gedichtform angesehen wird, die als Vorlage für ein Musikstück gesehen wird. 

Beispiel (Petrarca):

Non al suo amante più Dïana piacque,
quando per tal ventura tutta ignuda
la vide in mezzo de le gelide acque, 

ch’a me la pastorella alpestra et cruda
posta a bagnar un leggiadretto velo,
ch’a l’aura il vago et biondo capel chiuda, 

tal che mi fece, or quand’egli arde ’l cielo,
tutto tremar d’un amoroso gielo. 

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Pantun

Das Pantun ist eine Gedichtform aus Malaysia. Es besteht aus mindestens zwei Strophen zu je vier Versen. Das Reimschema ist der Kreuzreim in der europäischen Variante. Durch eine festgelegte Wiederholung von Versen in den Strophen entsteht eine Art Wechselspiel oder Wechselgespräch, was die Tatsache unterstützt, dass Pantune ursprünglich mündlich vorgetragen wurden, das konnte auch durch zwei Personen geschehen.

a Vers 1
b Vers 2
a Vers 3
b Vers 4

c Vers 2
d Vers 5
c Vers 4
d Vers 6

e Vers 5
f Vers 7
e Vers 6
f Vers 8

g Vers 7
h Vers 1
g Vers 8
h Vers 3

Beispiel (Michaela Schrimpf)

Liebe und Hoffnung

Liebe ist das Zauberwort
Liebe kennt kein Alter
Hoffnung, sie ist unersetzt
Denn sie stirbt zuletzt

Liebe kennt kein Alter
Liebe ist der Mühen Lohn
Denn sie stirbt zuletzt
Hoffnung ist das, was wir tun

Liebe ist der Mühen Lohn
Liebe ist, wie Hoffnung: Unersetzt
Hoffnung ist das, was wir tun
Hoffnung, sie wird nie verletzt

Liebe ist, wie Hoffnung: Unersetzt
Liebe ist das Zauberwort
Hoffnung, sie wird nie verletzt
Hoffnung, sie ist unersetzt!

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Ritornell

Das Ritornell stammt aus Italien. Es Ritornell ist eine Gedichtform, die gerne auch als Strophe verwendet wird. Es besteht aus drei Zeilen. Die erste Zeile wird auch Blumenruf genannt und ist ziemlich kurz. Ansonsten gibt es verschiedene Varianten der Regeln. In Deutschland hat sich der Iambus als Vers für die Zeilen zwei und drei durchgesetzt, anderswo ist er frei wählbar. Die Reimschemata variieren ebenfalls: aba oder abb  oder aab oder ungereimt. Der einzelne der zwei Reime wird nicht wieder aufgegriffen, es handelt sich daher um keinen echten Reim und wird deshalb auch statt mit b mit x bezeichnet (Waisenzeile).
Der Inhalt des Ritornells ist vielfältig, vom Seufzer über Poesie und Lob bis hin zu Ironie und Spott ist alles möglich. Das Beispiel ist eher letzterem zuzuordnen.

Beispiel:

Fiore di pepe,                                     a
Se la vostra figlia non mi date,          x
Io la ruberò e voi piangerete.            a


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Terzine

Die Terzine ist dem Ritornell sehr ähnlich. Eine Terzine besteht aus drei gleichlangen Versen. Das Versmaß der Terzine, die ebenfalls aus Italien stammt, ist im Italienischen häufig der Elfsilbler im Deutschen der fünfhebige Iambus. Im Gegensatz zum Ritornell besteht eine Terzine aus zwei echten Reimen. Der zweite Reim b wird in der  zweiten Strophe wieder aufgenommen und umschließt einen neuen Reim, der wieder in der dritten Strophen aufgenommen wird usw. Aus diesem Grund steht die Terzine nie alleine da, sondern ist immer Strophe. Reimschema: aba bcb cdc usw. 
Ursprünglich endete das Gedicht aus Terzinen mit einem Abschlussvers. Dieser reimt sich mit dem zweiten Vers der letzten Strophe, so dass kein Reim offen bleibt, also keine Waisenzeile entsteht. Es wirkt zwar wie ein abschließender Kreuzreim, ist es aber nicht, da die zwei Merkmale der Terzine erstens die Dreizeiligkeit und der echte, fortgesetzte Reim ist. Aus diesem Grund braucht es die Abschlusszeile. Es kommt aber auch vor, dass sie weggelassen wird.

Beispiel (Dante):

die göttliche Komödie (Anfang)

Nel mezzo del cammin di nostra vita            a
mi ritrovai per una selva oscura                    b
ché la diritta via era smarrita.                        a

Ahi quanto a dir qual era è cosa dura            b
esta selva selvaggia e aspra e forte                c
che nel pensier rinova la paura!                     b

Tant'è amara che poco è più morte;                c
ma per trattar del ben ch'i' vi trovai,               d
dirò de l'altre cose ch'i' v'ho scorte.                c        usw.

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Terzanelle


Rondeau

Rondell

Sestine

Triolett

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Vilanelle

Eine Vilanelle ist ein Gedicht mit sehr festgelegter Form. Es besteht aus 19 Zeilen diese 19 Verse sind in 5 Terzette und einem Quartett aufgeteilt. Die Terzette haben das Reimschema aba, das Quartett abaa.
Also:

a Refrain 1/ Vers 1
b
a Refrain 2/ Vers 3


b
a Refrain 1

a
b
a Refrain 2

a
b
a Refrain 1

a
b
a Refrain 2

a
b
a Refrain 1
a Refrain 2

Außerdem bestimmt die Villanelle ein komplexes Refrainschema: 
- Der erste Vers ist gleichzeitig der letzte Vers von den Terzetten 2 und 4.
- Der dritte Vers des ersten Terzetts ist gleichzeitig der letzte Vers von den Terzetten 3 und 5.
- Der erste Vers ist außerdem gleichzeitig der dritte Vers des Quartetts, und der dritte Vers des ersten Terzetts ist gleichzeitig der vierte Vers des Quartetts. 

Die Villanelle entstand durch den französischen Dichter Passerat, der ein Gedicht in der beschriebenen Form schrieb und es Villanelle nannte. 250 Jahre später entdeckten einige französische Dichter das Gedicht wieder und hielten es für eine traditionelle Gedichtform und belebten sie deshalb wieder. Zwanzig Jahre später entdeckten zwei englische Dichter die Villanelle und legten den Grundstein für ihren Fortbestand, diesmal hauptsächlich im englischen Sprachraum.

Beispiel (Renate Golpon):


Weniger Meer ist manchmal mehr!

Die Muse flüstert: „Villanelle dichten!
Du fühlst dich leicht und trittst nicht auf der Stelle!“
Doch penetrant sein möchte ich mitnichten.

Jetzt soll ich Meer in neunzehn Zeilen sichten?
Gerate ich ins Schwimmen auf die Schnelle?
Die Muse flüstert: „Villanelle dichten!

Du musst dich sehr nach strengem Schema richten!“
Ich schrieb doch Stanzen schon, so ganz reelle.
Doch penetrant sein möchte ich mitnichten!

Schon spür ich Wellen, diese hellen, lichten.
Sie sprudeln durch den Geist gleich einer Quelle,
weil Muse flüstert: „Villanelle dichten!“

Gedicht vom Meer – ich will nicht drauf verzichten,
bin frisch und munter, fühl im Kopf mich helle.
Doch penetrant sein möchte ich mitnichten.

Beim Dichten denk ich nicht an schnöde Pflichten.
 Da messe ich ganz kess mit langer Elle,
 wenn Muse flüstert: „Villanelle dichten!“
Doch penetrant sein möchte ich mitnichten!

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Fazit:

Bei der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Gedichtformen ist mir einiges aufgefallen. Diese Punkte führten dazu, dass ich mir nicht klar wurde, welches die beste Reihenfolge der Gedichtenformen wäre. Ganz am Anfang begann ich mit meinen Lieblingsformen, um überhaupt zu beginnen, denn vieles musste ich auch erst wieder erinnern - wenn man etwas längere Zeit nicht genutzt hat eben. 
Dann dachte ich, die alphabetische Reihenfolge ist doch immer sehr praktisch.
Aber dann lernte ich auch neue Gedichtformen dazu und erkannte, dass bestimmte Regionen oder Länder gewisse Vorlieben für Gedichtformen haben. Aber da insbesondere in europäischen Ländern Formen auch gerne abgewandelt werden, ist eine Anordnung nach diesem Kriterium schwierig. Nur bei so fernen aber seit den Neunzigern beliebten  Gedichtformen aus Japan/ Fernost habe ich die Anordnung durchbrochen.


(#f4e5e5)

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